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Vibrierend vitaler Afrojazz aus Dänemark

The KutiMangoes Vibrierend vitaler Afrojazz aus Dänemark

„Stellt euch vor wir stünden auf einer Bühne in Westafrika und ihr wärt 500 Schüler.“ Nicht gerade wenig, was Saxofonist Michael Blicher (The KutiMangoes) vom Publikum im Savoy Kino verlangt. Aber, wie das stimmgewaltige Energiebekundungs-Call-And-Response zeigt, alles andere als unmöglich.

Bordesholm. So wenig unmöglich wie der Umstand, dass eine der heißesten Afrojazz-Bands des Planeten aus Dänemark kommt. Authentizität ist eben mehr eine Frage der Haltung, nicht der Herkunft. Und so haben The KutiMangoes zwischen dem heimatlichen Kopenhagen und Reisen nach Burkina Faso und Mali ihren ganz persönlichen Sound entwickelt: eine vitale vibrierende Mixtur aus Afrobeat im Geiste von Fela Kuti, dem treibenden Jazz von Freigeist und Querdenker Charles Mingus, westafrikanischer Folklore und dem Fender-Rhodes-satten Souljazz der späten 60er Jahre.

Getragen von der gleichermaßen entspannt und pointiert groovenden Rhythmussektion Magnus Jochumsen (Percussion) und Casper Mikkelsen (Schlagzeug) durchdringen und umweben sich die Themen und Figuren von Gustav Rasmussen (Posaune, Trompete, Gitarre) und den Alt- und Tenorsaxofonisten Michael Blicher und Aske Drasbæk - regelmäßig angeschoben und überflügelt vom phänomenalen Keyboarder Johannes Buhl. In Erinnerung bleiben dabei besonders die warm und sanft flirrenden Balladen wie Desert Moon oder Red Rain vom aktuellen, im November erschienen zweiten Album Made In Africa und die wuchtig powernden, funkbasierten Highlife-Stücke wie das vom grollenden doppelten Baritonsaxofon durchwetterte This Ship Will Sink oder Song For Fela, in dem Michael Blicher seine Luftpatronen wie einst Rahsaan Roland Kirk in die Querflöte feuert.

Eine fantastische Musik, die bei aller technischen Virtuosität und Cleverness vor allem durch ihre unerhörte Energie und Exaktitüde besticht. Die aufgeräumten Arrangements und die klar formulierten, enorm eingängigen, von allen eitlen Ziselierungen befreiten Melodien sorgen dafür, dass der Sound bei aller Wucht und Dichte stets transparent bleibt.

Will man dem mit stehenden Ovationen gefeierten Abend unbedingt einen kleinen Wermutstropfen abpressen, dann vielleicht jenen, dass, anders als beim Auftritt im November letzten Jahres in der Kieler Räucherei, dieses Mal Patrick Kabré, Sänger und Tänzer aus Burkina Faso, nicht dabei war. Ihn mit einer derart stark aufgelegten Band zu erleben, wäre sicher galaktisch gewesen. So war nur himmlisch.

Hier sehen Sie Bilder vom Konzert der The KutiMangoes.

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Von Manuel Weber

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