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Kompromisslose Gangart

The Midnight Ghost Train Kompromisslose Gangart

Als ob eine riesige Gerölllawine auf einen zulaufen würde. Schon der Opener Gladstone bringt die sehr gut besuchte Kieler Schaubude zum Beben.

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Satter Sound: Das Trio The Midnight Ghost Train aus Kansas machte ordentlich Druck in der Kieler Schaubude.

Quelle: Foto: Björn Schaller

Kiel. Die Stoner-Hardrock Band The Midnight Ghost Train aus Kansas zeigt beeindruckend, dass man selbst nur zu dritt einen überbordenden Sound entwerfen kann, in dem trotzdem alles seinen geordneten Platz hat.

 Kaum Akkorde, dafür Riffs, die immer wieder neu ansetzen, gar endlos erscheinen. Alles natürlich immer im hohen Tempo, versteht sich. Ist ein Song vorüber rollt der Bass von Mike Boyne einfach weiter und baut zusammen mit Schlagzeuger Brandon Burghart das nächste Gerüst für Gitarrist und Sänger Steve Moss, der mit seiner Reibeisenstimme die polternden, rumpelnden Bretter wie BC Trucker oder Twin Souls passend ausstaffiert. Drei Elefanten stampfen auf dem Dachboden herum und gleich stürzt das in den Grundfesten erschütterte Haus ein. Stillstehen ist dabei tatsächlich nahezu unmöglich.

 The Midnight Ghost Train liefern ein gutes Argument, weshalb man heutzutage noch auf ein Rockkonzert alter Schule gehen sollte. Kompromisslose Gangart in Auftritt und Musik sowie frei von Kommerz. Acht Monate im Jahr tourt das Trio aus Kansas durch Amerika und Europa. Dabei versuchen die Musiker so viele Shows wie möglich zu spielen, denn es war der letzte Wunsch von Steve Moss‘ Vater, bevor er 2010 an einem Herzinfarkt starb. Schon 2008 gründete Moss die Band, um einem verstorbenen Freund zu gedenken.

 Ehrliche Gründe, die neben Wut auch Kräfte freisetzen können. Und diese spürt man weiterhin in jedem Song. Die Meute in der Schaubude kommt gar nicht dazu ausgiebig zu applaudieren, da biegen The Midnight Ghost Train schon in den nächsten Song ein. Abermals schüttelt die Band sich selbst und Publikum gehörig durch. Die langen verschwitzten Haare im Gesicht fragt Moss hinterher: „You got it, goddammit?“ Ja, das hat definitiv gesessen!

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