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Riesenspaß in der Welt der Trolle

The Two Fidlers Riesenspaß in der Welt der Trolle

Peter Mawell Davies’ Kinderoper Oper The Two Fidlers hat es in sich. Einerseits präsentiert Davies hier eine leicht zugängliche Geschichte, die in der von Trollen bevölkerten Legendenwelt der schottischen Orkney-Inseln angesiedelt ist.

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Suay Nora Neuburger (links) und Eiken Nonn glänzten sängerisch in den beiden Hauptpartien.

Quelle: Andreas Zauner

Flensburg. Das Orchester spielt regelmäßig zum Tanz auf und darf sich in mitreißender Folklore versuchen. Andererseits jubelt der renommierte britische Komponist den Musikern und Sängern aber auch viele dissonante Töne unter und macht sie so mit der Klangsprache der Moderne vertraut.

Denn das Wort Kinderoper ist hier im wortwörtlichen Sinne zu verstehen. Nicht nur die Zielgruppe der Zuschauer, auch sämtliche Mitwirkenden des Stücks sind Kinder und Jugendliche. Für seine Aufführung am Schleswig-Holsteinischen Landestheater hat Flensburgs Generalmusikdirektor Peter Sommerer im Februar musikalische Talente aus der ganzen Region gecastet und so ein stattliches Jugendorchester, eine ebensolche Schar singender Trolle und Dorfbewohner sowie eine Handvoll wackerer Solisten zusammengestellt. An vorderster Stelle sind hier bei beiden Fiedler Storm Kolson und sein Freund Gavin zu nennen, denen bei der Flensburger Premiere am Mittwoch Suay Nora Neuburger und Eiken Nonn darstellerisch wie sängerisch eindrucksvolle Plastizität verleihen. Mit natürlichen Kinderstimmen kommentieren die beiden Geiger ihre Heimkehr von einer Hochzeitfeier, lassen hellen Rezitativgesang durch den dunklen Wald tönen, wo sie schließlich den ebenfalls leuchtkräftig im Chor singenden Trollen begegnen. Gavin kann ihnen entkommen, Storm tritt in ihr Reich ein und lernt dort den Trollkönig (Julius Benjamin Hertel) wie auch seine wunderbar koloratur-versessene Gattin (Victoria Zyffert) kennen.

All dies zu mitzuerleben, macht einen Riesenspaß – zum einen weil Oxana Sevostianova die jungen Musiker und Sänger so gut einstudiert hat und Florian Erdl sie sicher und vital durch die zweitaktige Kurzoper führt. Zum anderen begleiten Regisseur Oliver Pauli und Ausstatterin Sara Morea die Handlung mit einer solchen Fülle von schönen, witzigen und poetischen Einfällen, dass man stets gespannt ist, welcher der nächste sein wird. In dem modern-märchenhaften Setting wird auf der Bühne auf diese Weise auch die von Davies 1978 mitformulierte Kritik an der Wohlstandsgesellschaft wunderbar jetzig präsentiert. Am Ende einer randvollen Dreiviertelstunde Kinderoper applaudiert hier jeder für jeden. Mit Recht, denn besser könnte man ein solches Projekt nicht umsetzen.

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