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Das Stadttheater als Magnet

Theater Kiel Das Stadttheater als Magnet

Erfolge des Kieler Theaters: 1000 zusätzliche Besucher und höhere Ticketerlöse in der Spielzeit 2014/15 machen Generalintendant Daniel Karasek, GMD Georg Fritzsch und den Kaufmännischen Direktor Jörn Sturm glücklich. Und „stolz darauf, dass wir mit unserem Programm aller fünf Sparten die Menschen für Theater begeistern können“.

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Erfolgreiches Theater-Trio (v.l.): Georg Fritzsch, Daniel Karasek, Jörn Sturm.

Quelle: kul

Kiel. „Mehr“, sagte die Kieler Theaterspitze schon vor einem Jahr, „geht nicht“. Aber ein wenig mehr ging doch noch: 257000, damit 1000 zusätzliche Besucher bei insgesamt 1007 Vorstellungen, mit 4,15 Millionen Euro rund 1,8 Prozent höhere Ticketerlöse in der Spielzeit 2014/15 machen Generalintendant Daniel Karasek, GMD Georg Fritzsch und den Kaufmännischen Direktor Jörn Sturm glücklich. Und „stolz darauf, dass wir mit unserem Programm aller fünf Sparten die Menschen für Theater begeistern können“. Erneut ist oft von Vertrauen die Rede, das man gerade im Opernhaus über Jahre wieder aufbauen musste. Es macht Mut.

 Mut etwa, als besondere Farbe im Spielplan erneut auf eine Barockoper zu setzen und sie damit endgültig zu etablieren. Niemand, gesteht GMD Fritzsch, hätte diese hohe Akzeptanz bei Lullys Atys erwartet: 6000 Zuschauer, das heißt nicht volles Haus, das heiße aber sehr wohl „sensationeller Zuspruch“ für die vielgelobte Inszenierung von Lucinda Childs. Ähnlich bei Hosokawas moderner Oper Matsukaze, allemal bei Tschaikowskys Eugen Onegin. Das Vertrauens-Pfund gelte es sorgsam zu bewahren, denn „solange wir da sind, soll es nicht rückwärts gehen“, bekräftigt der GMD. Und Karasek gesteht, dass die Zufriedenheit auch geeignet sei, Ängste zu wecken. Man müsse wach genug sein, nicht nur den Zahlen zu gehorchen, sagt er. Fritzsch zitiert Wotan aus der Walküre: „In eigner Fessel fing ich mich...“.

 Der Generalintendant freut sich über das Stadttheater als Magnet. Es werde auch honoriert, dass die Qualität des Ensembles in Oper wie Schauspiel „unheimlich gewachsen“ sei und heute eine „riesige Palette abdecke“. Fritzsch formuliert: „Wir können mittlerweile darauf vertrauen, dass uns das Publikum vertraut“. Auf dieser Basis könne man sich auch mal eine moderne Oper leisten, um seinen kulturellen Auftrag zu erfüllen. In einer sensiblen Mischung wird in der neuen Spielzeit auch Wagners eher sperriger Ringauftakt mit Rheingold zum Erfolg: viermal nahezu ausverkauft, und gerade bei jungen Leuten auffallend nachgefragt.

 Überhaupt, hat Fritzsch mal überschlagen: In Kiel gehen mindestens so viele Leute ins Theater wie zum THW. Deswegen gab es in dieser Saison die Gala – ebenso, wie man die Zusammenarbeit mit den Hochschulen, mit Politik und Wirtschaft verstärkte und auch dadurch letztlich gut eine halbe Million Euro Sponsoreneinnahmen verbuchen konnte. Eine weitere Kooperation zahlt sich ebenfalls aus: Auf rund 120000 Euro beziffert Jörn Sturm die Einnahmen aus den erfolgreichen Ballettgastspielen am Theater Lübeck. Man habe, deutet das Team an, auch ein neues Kooperationsmodell mit Lübeck im Sinn. Und nicht nur, weil es das Theaterkonzept des Landes vorgibt, gebe es auch die Zusammenarbeit mit dem Landestheater im Bereich des mobilen Jugendtheaters.

 Die Saison 2014/15 startete schon vielversprechend: Romeo und Julia – das Musical war als erstes Open Air auf dem Seefischmarkt restlos ausverkauft. Weitere Renner seien etwa das Ballett Heroes K, der Sommernachtstraum im Schauspiel oder Orwells Animal Farm im Werftpark-Theater gewesen. Dazu gab es steigende Zuhörerzahlen bei den Philharmonischen Konzerten und 98-prozentige Auslastung bei den drei Con-Spirito-Extrakonzerten im Schloss. Der Start der aktuellen Saison war nicht weniger verheißungsvoll: Verdis Nabucco auf dem Rathausplatz brachte es auf 98 Prozent Auslastung.

 Vieles, siehe Rheingold, spricht dafür, dass die laufende erneut eine Rekordsaison wird. Zumal das kommende Sommertheater wegen der späten Ferien bereits auf Juli terminiert ist und damit zu dieser Spielzeit zählt. Man setzt erneut auf einen Klassiker mit Rock-Musik – und sieht sich angesichts des Erfolges 2014 durchaus unter Druck. Mehr will das erfolgreiche Trio noch nicht verraten, schwärmt statt dessen lieber von den Liveübertragungen im Stadtgebiet: Auch die 11000 Zuschauer in diesem August hätten gezeigt, dass man die „Bühne der Bürger“ sei und die Kieler sich mit ihrem Stadttheater identifizieren.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Kommentar

Schneller, höher, weiter – im Kulturbetrieb gelten andere Rekordkriterien. Theater soll sein Publikum verwöhnen, aber auch fordern. Theater soll gefällig sein, aber auch provozieren. Die Mischung macht’s. Unter dem Kieler Führungsteam, wir zählen zu Generalintendant Daniel Karasek, GMD Georg Fritzsch und dem Kaufmännischen Direktor Jörn Sturm hier mal ausdrücklich auch den Operndirektor Reinhard Linden dazu, stimmt der Mix.

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