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Lübeck setzt auf Gitte und Grass

Theater-Pläne für 2016/2017 Lübeck setzt auf Gitte und Grass

Das Theater Lübeck will in der kommenden Spielzeit unter anderem mit der Comic-Inszenierung der Rossini-Oper "Die Reise nach Reims" in Kooperation mit den Theatern Kiel und Verona, der Uraufführung eines Stücks über die Comedian Harmonists und der Bühnenfassung des Günter-Grass-Jahrhundertromans "Die Blechtrommel" Flagge zeigen. Für die Titelpartie des Musicals Sunset Boulevard wurde die dänische Sängerin Gitte Hænning gewonnen.

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Die „West Side Story“ ist eine der Erfolgsproduktionen der laufenden Saison und wird 2016/2017 weiter gespielt. Neu dazu kommt Leonard Bernsteins sakral-theatralische „Mass“.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Mit solchen Produktionen könne Lübeck dann auch gegen die neue Konkurrenz der Elbphilharmonie bestehen, sagte der Geschäftsführende Direktor des Theaters, Christian Schwandt bei der Vorstellung des Spielplans 2016/17. Für die ganze Kulturszene im Norden sei es eine Herausforderung, auf die Eröffnung des spektakulären Konzerthauses in Hamburg mit einem attraktiven Programm zu reagieren, verwies Schwandt auf die „Sogwirkung der Metropole“. Schließlich komme derzeit jeder neunte Besucher seines Hauses aus dem Hamburger Umfeld. Und an der Elbe werde bald kulturell geklotzt. Schwandt will „Intelligenz, Fantasie, herausragendes Künstlertum ... und gute Laune“ dagegensetzen.

 Eröffnet wird die neue Lübecker Spielzeit am 10. September mit der Oper Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. Die Regie hat Aurelia Eggers, die in Kiel zwischen 2003 und 2008 (in Barockem von Vivaldi und Rameau, in Massenets Werther, Mozarts Titus und Bizets Carmen) Akzente setzte. Außerdem stehen die Opernklassiker Tosca von Giacomo Puccini in einer Inszenierung des durch oft verstörende Sex- und Gewaltszenen nicht unumstrittenen jungen Regisseurs Tilman Knabe und zum Spielzeitende im Projekt Wagner trifft Mann Richard Wagners Oper Der fliegende Holländer (Regie: Aniara Amos) auf dem Spielplan. Es wird die letzte Produktion sein, die GMD Ryusuke Numajiri als GMD in Lübeck dirigiert.

 Andrew Lloyd Webbers Musical Sunset Boulevard nach dem gleichnamigen Film von Billy Wilder ist vom 21. Oktober an in Lübeck zu erleben. Das ganze steht und fällt mit der Titelrolle: Die dänische Sängerin Gitte Hænning, spielt über die ganze Spielzeit die alternde Stummfilmdiva Norma Desmond. Ab 17. März ist passend zum Reformationsjubiläum Leonard Bernsteins selten gespielte Mass für Sänger, Schauspieler und Tänzer zu erleben: Orientiert an der katholischen Liturgie wird die Geschichte eines Priesters und seiner Gemeinde in einer Glaubenskrise erzählt. Bernsteins stets ausverkaufte West Side Story wird weiter zu sehen sein. Regisseur Wolf Widder wendet sich 2017 jedoch der Barockoper zu und inszeniert Händels Ariodante.

 Höhepunkte im Schauspiel, in der zehnten Spielzeit von Pit Holzwarth verantwortet, versprechen neben der Blechtrommel in der Bühnenfassung von Peter Schanz (Regie: Andreas Nathusius) und dem Theaterabend über die Comedian Harmonists auch das Musical Spamalot vom Eric Idle aus der legendären britischen Komikertruppe Monthy Python. Außerdem stehen Shakespeares Der Kaufmann von Venedig (Regie führt Holzwarth), Dostojewskis Der Spieler und Lehmann Brothers von Stefano Massini auf dem Programm. Der Italiener versucht hier, die Affäre um die Investmentbank, die 2008 eine folgenschwere Pleite hinlegte, aus ihrer Geschichte heraus zu erklären.

 „Das Jahr 2015 war wirtschaftlich schwierig“, sagt Theaterdirektor Schwandt. „Im Vergleich zur Spielzeit 2014/15 haben wir rund 6000 Zuschauer eingebüßt.“ Ein gewichtiger Grund für den Rückgang sei die vorübergehende Schließung des Konzertsaals der Musik- und Kongresshalle. „Wir gehen davon aus, dass wir den Saal nach Ostern 2017 wieder nutzen können“. Aktuell ist das Theater auf der Suche nach einer Ausweichspielstätte für seine Konzerte, da auch das Foyer der Muk für die Renovierung einige Monate geschlossen wird. Für die laufende Spielzeit rechnet Schwandt mit rund 172000 Besuchern. Trotz des leichten Rückganges konnten die Eigeneinnahmen 2015 leicht gesteigert werden. Und auch den aktuellen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst hält er für sein Theater als „verkraftbar“.

  www.theaterluebeck.de

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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