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Ein zeitloser Konflikt

Theater am Wilhelmplatz Ein zeitloser Konflikt

Kiel. Der US-Film von 1972 mit Goldie Hawn in einer der Hauptrollen wurde mit Oscar- und Golden Globe- Nominierungen überhäuft und konnte am Ende auch tatsächlich einige der Preise einheimsen. Das Drehbuch von Leonard Gershe basiert auf seiner gleichnamigen, ebenfalls sehr erfolgreichen Broadway-Komödie (1969).

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Wollen bei „Bottervagels sünd fre“ überzeugen: Maria-E. Maskow und Sven Bohde.

Quelle: Cynthia Rennenberg

Kiel. Am Freitag nun hat Schmetterlinge sind frei (Butterflies are free) im Theater am Wilhelmplatz in der niederdeutschen Fassung von Heidi Tietjen als Bottervagels sünd free Premiere.

Tim Becker findet, es ist an der Zeit, endlich von Zuhause auszuziehen und sich aus den Fängen seiner überfürsorglichen Mutter zu befreien. Dass Tim blind ist, erleichtert diesen ohnehin nicht immer einfachen Schritt im Leben junger Menschen nicht gerade. Doch zunächst läuft alles prima. Kaum hat Tim seine erste bescheidene Wohnung bezogen, verliebt er sich in die lebenslustige Nachbarin Silvie Benders. Allerdings nimmt sie die Beziehung bei weitem nicht so ernst wie Tim, für den sich durch die Liaison mit Silvie eine völlig neue Welt aufzutun scheint. Richtig kompliziert wird es aber erst, als plötzlich Tims Mutter auftaucht und alles versucht, Tim wieder nach Hause zu holen.

Genau dieser familiäre Aspekt interessiert Regisseur Jörg Diekneite an der Geschichte. „Es geht in erster Linie um das Erwachsenwerden, die Abnabelung und den damit verbundenen Konflikt mit der Mutter“, erklärt Diekneite, Um die Problematik noch schärfer herauszupräparieren, habe man das Larmoyante, allzu Rührselige und Mitleidige – gerade auch im Umgang mit dem Thema Blindheit – aus der Vorlage herausgestrichen. „Das klang alles viel zu sehr nach der vergleichsweise unaufgeklärten Denkweise der späten Sechziger-/frühen Siebzigerjahre. Heute wäre das nicht mal mehr politisch korrekt“, sagt der Regisseur, „der Mutter-Sohn Konflikt und auch die Liebesgeschichte sind dagegen zeitlos.“

Für seine Darsteller ist Diekneite voll des Lobes: „Die Kollegen lassen sich mit ganz viel Energie auf die Sache ein. Sie machen während der Proben immer wieder tolle Angebote und schaffen ebenso berührende wie komische Momente. Wenn wir das in die Vorstellungen retten, haben wir gewonnen.“

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