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Gedanken und Geschichten beim Aufbrezeln

„Girlsnightout“ im Sechseckbau Gedanken und Geschichten beim Aufbrezeln

„Ihr Lieben, wie werden wir unser Leben leben? Was soll aus uns werden?“ Tiefe Verunsicherung spricht aus den Sätzen, die sich drei junge Frauen da in „Girlsnightout“ sagen, während sie sich für eine Party fertig machen.

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Einstimmung auf den Mädelsabend: Marieke Henningsen, Patricia Moresmau, Christine Ahner (v.li.).

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Von Beate Jänicke

Aber auch eine Menge krudes Zeug schwirrt durch den Raum, es wird geredet über Sex, Typen und das Aussehen. Girlsnightout – was in etwa Mädelsabend bedeutet – heißt der Titel des 1999 uraufgeführten Stücks der Dramatikerin Gesine Danckwart. Die Studententheatergruppe LiLa bringt es jetzt auf die Bühne des Sechseckbaus.

 Für Line Sluyter-Gäthje, Regisseurin der Gruppe, und die meisten ihrer Darsteller ist es bereits die zweite Zusammenarbeit, nach der Inszenierung des Stücks Lieblingsmenschen von Laura de Weck vor zwei Jahren. „Wir wollten gerne wieder etwas machen, das von der Thematik her zu uns als junge Studierende passt“, sagt Line Sluyter-Gäthje. „Außerdem ist das Stück eine tolle Herausforderung, weil es als einzige Regieanweisung den Hinweis „Für drei Frauen“ beinhaltet, ansonsten ist es als Fließtext geschrieben.“ Die Regisseurin ordnete die „Gedankenfetzen, Monologe und kleinen Geschichten“ den verschiedenen Rollen zu. Wobei es sich bei ihnen nicht um „fertige Charaktere“ handele, betont sie: „Darum haben die Figuren auch keine Namen.“

 Eine zusätzliche Änderung hat die Englisch- und Französisch-Studentin vorgenommen, in dem sie zu den drei Frauen noch zwei Männer auf die Bühne stellt, die ebenfalls Teile des Stücks und einige wenige eigene, in Improvisationen erarbeiteten Passagen sprechen und spielen. „Als wir das Stück gelesen haben, fanden wir das Frauenbild sehr stereotyp dargestellt“, meint Line Sluyter-Gäthje. „Dem haben wir mit einem stereotypen Männerbild noch eins oben drauf gesetzt, um zu gucken, welche Bilder der Realität noch entsprechen.“ Die Regisseurin, die schon viele Theaterworkshops besucht und 2013 am Schauspielhaus Kiel hospitiert hat, wollte mit ihrer Inszenierung gerne in die abstrakte Richtung gehen: „Vieles haben wir gemeinsam während des Probenprozesses entwickelt, viel ausprobiert und auch viel verworfen.“ Die Arbeit an einem Text, der selbst so wenig vorgibt, habe ich ihr besonderen Spaß gemacht, sagt Line Sluyter-Gäthje: „Weil ich eine Menge von mir einbringen und ziemlich frei mit dem Text agieren konnte.“ Dazu gehört auch, dass Musik eine wichtige Rolle spielt: Fünf Songs der früheren Berliner Band Lassie Singers werden live und teils mit Gitarrenbegleitung performt. Auch als ein Kontrastpunkt zum Gesprochenen.

 Premiere am Freitag, 18.11., 20 Uhr; Sechseckbau

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