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Theaterkarikaturen von Honoré Daumier im KirchenKai Kiel

Theaterkarikaturen von Honoré Daumier ab Sonntag im KirchenKai zu sehen Theaterkarikaturen von Honoré Daumier im KirchenKai Kiel

Gähnende Menschen in endloser Warteschlange vor der Theaterkasse, selbstverliebte Schauspieler in dramatischen Posen und ein Souffleur, der wie ein Frosch aus seinem Kasten glotzt: Die Welt des Theaters, der er sich seit frühester Jugend verbunden fühlte, nimmt im umfassendem uvre von Honor Daumier (1808-1879) einen herausragenden Platz ein.

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Kiel. Mit spitzer Feder und unbestechlichem Blick für die menschliche Physiognomie pickte er sich Szenen vor, auf und hinter der Bühne heraus. Eitle Schauspieler waren genauso Zielscheibe seines Spotts wie ehrgeizige Regisseure oder der pöbelnde Mob auf den billigen Plätzen.

Eine Auswahl von 40 Theaterkarikaturen aus der Sammlung der Schauspieler Hanna Seiffert und Dieter Prochnow sowie aus dem Besitz der Honor-Daumier-Gesellschaft sind ab Sonntag im KirchenKai zu bestaunen. Das Düsseldorfer Theatermuseum zeigte die Ausstellung bereits 2008 anlässlich des 200. Geburtstages des Franzosen in größerem Umfang. Dem im Wiederaufbau befindlichen Kieler Theatermuseum bot das Düsseldorfer Haus die Schau an, die - klein, aber fein - dank zahlreicher helfender Hände sowie finanzieller Unterstützung der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Theater Kiel und dem Kulturamt realisiert werden konnte. Hübsch aufgereiht und uniform gerahmt, hängt der spitzbärtige Logengast, der mit übellauniger Skepsis das schemenhaft angedeutete Bühnengeschehen verfolgt, neben dem braven Muttchen hinter dem Theatervorhang, das der Debütantin auf der Bühne fest die Daumen drückt. Dann wieder steht das Saalpublikum im Mittelpunkt - mit weit aufgerissenen Augen als dümmlich lächelnde Masse von Claqueuren.

Zu Lebzeiten als Künstler verkannt, verdingte Daumier sich nach seinem Studium 1830 erfolgreich als politischer und gesellschaftskritischer Zeichner bei der satirischen Zeitschrift

La Caricature. Mit seinen Karikaturen aus dem Theateralltag entzauberte der Mitbegründer des Realismus in Frankreich die Welt des schönen Scheins und verwies auf das Gewöhnliche vor und hinter den Kulissen.

sth

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