16 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Töpfern im Tandem

Keramiker in Neumünster: Töpfern im Tandem

Das Projekt „Ceramic Artists in Residence“, mit dem das Künstlerhaus Stadttöpferei Neumünster vor drei Jahren den Fokus auf junge Künstler legte, tritt in eine neue Phase. „Ceramic Artists Exchange – Tandem“ heißt das Motto, das den Schwerpunkt auf den künstlerischen Austausch legt.

Voriger Artikel
Schleswig-Holstein Musik Festival stellt Programm 2016 vor
Nächster Artikel
Von Bären und Hunden: Komisches zu Ehren von Harry Rowohlt

Keramikerin Katharina Kiebacher aus Deutschland setzt sich mit zwei- und dreidimensionalen Erscheinungsformen auseinander.

Quelle: Leng

Neumünster. Jeweils ein etablierter Künstler wird sich für einen Monat die Atelierwerkstatt im Fürsthof mit einem Nachwuchskünstler teilen. Die Idee von Daniela Pivaševič-Tenner, künstlerische Leiterin und ehemalige Stipendiatin der Stadttöpferei, stieß auf großes Interesse. Aus 158 Bewerbungen aus 47 Ländern wählte die Jury für dieses Jahr insgesamt fünf Paare aus, die ihren Aufenthalt jeweils mit einer öffentlichen Präsentation abschließen. Gerade ist das erste Tandem im Fürsthof eingezogen.

 Die Berlinerin Katharina Kiebacher hat nach einem Fotografiestudium an der Folkwangschule in Essen ihren Master in Glasgow gemacht. Zur Keramik gelangte sie über Umwege. „Mir fehlte das Handwerkliche, das durch die Digitaltechnik in der Fotografie quasi komplett verschwunden ist. Außerdem wollte ich weg vom Dokumentarischen.“ Durch eine eigenwillige Kombination von Fotografie und Keramik hat die 41-Jährige den Weg zu einer freien Objektkunst gefunden, die auf dem Spiel von Farbe, Struktur und Oberfläche basiert. Ihre abstrakten Fotoarbeiten umgibt sie mit keramischen Elementen, die als Rahmungen oder Sockel fungieren, teilweise aber auch im Bild selbst haptische Akzente setzen. Während der kommenden Wochen will sie „die Bilder in Bewegung bringen.“

 Veljko Zejak ist Bildhauer und Keramiker. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und sozialen Themen steht im Vordergrund seiner künstlerischen Arbeit. Der 35-Jährige steht für interkulturelle Kunstprojekte unter anderem in Gefängnissen und Flüchtlingslagern. Seine Arbeitsweise ist der Druckgrafik verwandt, entsprechend verblüffend ist die Ähnlichkeit seiner objekthaften Bilder mit Radierungen und Lithografien. Feine Ritzzeichnungen in Gipstafeln, die zuvor in hölzernen Einfassungen gegeben werden, gießt Zejak mit Silikon aus. Das so entstandene Negativ wird in weichen Ton gedruckt und anschließend gebrannt. In Neumünster will der Slowene unter anderem Workshops für Flüchtlinge anbieten. „In Rollenspielen sollen stereotype Sätze aufgeschrieben und gedruckt werden“, so der Nachwuchskünstler. „Vielleicht nehme ich auch Handabdrücke, die in Ton gegossen werden. Die keramischen Hände könnten dann die Fotos von Katharina halten...“.

  Stadttöpferei, Fürsthof 8. Präsentation am 18. März, 18 Uhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3