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Kreatives Jonglieren mit Text und Ton

Tonträger im Lutterbeker Kreatives Jonglieren mit Text und Ton

Am Ende haben sie das sehr gut besuchte Lutterbeker in jeder Hinsicht gerockt. Tonträger, vier Berliner Jungs, die so scheinbar leichthändig mit den Musikgenres jonglieren und dabei extrem unterhaltsame, vor allem auch oft überraschende Verbindungen aus Sound und witzig-kabarettistischen Texten eingehen.

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Tonträger im Lutterbeker: Dieser Abend könnte wiederholt werden.

Quelle: Frank Peter

Lutterbek. Spätestens mit der im zartesten Ton vorgetragenen Gitarrenballade „Ich bin Shouter / in einer Black Metal Band / Ich sing lauter / Lieder ohne Happy End“ hatten Tonträger die Zuschauer erobert. Am Ende jedes Songs freute man sich schon wieder auf die abgedrehten Ideen des nächsten. Und wurde nicht enttäuscht. Ob dem auf einer Flugreise verlorenen gegangenen Koffer mit fest zementiertem Schlager-Grinsen hinterher gesehnt wurde: „Eines Tages kommst du wieder her!“. Oder ob im Song mit dem schönen Namen „Indierockschmalzschnulzenpop“ mit stilecht zugeknöpften Hemdkragen und pathetischer Leidensmiene von gescheiterten Träumen gewehklagt wurde.

Immer stimmen die musikalischen Stilelemente, werden aber auf der Zielgeraden des Stücks in etwas Eigenes, meist sehr fein Rockiges verwandelt. So bleiben die Nummern nicht an der Oberfläche einer Parodie, sondern überzeugen auch jenseits der Lacher und Überraschungsmomente.

Im ersten Teil des Abends stehen Songs der bereits existierenden drei Alben der Truppe auf dem Programm. Der zweite gehört dann ganz der Vorpremiere des in den vergangenen zwei Wochen vor Ort erarbeiteten neuen Materials. Und auch das kann sich hören lassen.

Großartig das Stück im zackigen Arbeiterlied-Gewand für die „Verzagten dieser Erde“, die im Brustton der Überzeugung und mit Publikumsbeteiligung im Refrain singen: „Wir entscheiden uns nicht – niemals!“ Mit Gruselfaktor wartet dagegen ein gesäuseltes Liebeslied auf, das sich nach und nach als Drohgebärde eines Stalkers entpuppt: „Ich seh ´, dass es aus ist / doch ich seh ´es nicht ein...“.

Mit der kreativen Qualität von Text und Musik beweisen die vier Musiker großes Können. Der locker flapsige Ton untereinander erzählt von einer jahrelangen Zusammenarbeit und Freundschaft und tut sein übriges. Unbedingt wiederkommen.

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