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Twiefelsfri spannend und sehenswert

Niederdeutsche Bühne Twiefelsfri spannend und sehenswert

Sie haben es wieder getan. Erneut überraschte und begeisterte die Niederdeutsche Bühne Kiel am Freitag mit einem Stück, das auf dem ansonsten doch recht lustspiellastigen Spielplan eine Ausnahmestellung einnimmt: Twiefel

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Tina Kliemann und Anne Rohde in Twiefel.

Quelle: Cynthia Rennenberg

Kiel. Doubt, das aufwühlende Werk, für das der amerikanische Autor John Patrick Shanley 2005 mit dem Pulitzerpreis und dem Theater-Oscar „Tony“ ausgezeichnet wurde, erlebte in der niederdeutschen Bearbeitung von Jürgen Witt im Theater am Wilhelmplatz als Twiefel seine Premiere. Ein starkes Stück.

In der von Regisseur Jörg Diekneite mutig und konsequent als Kammerspiel inszenierten Geschichte geht es um Missbrauch, Vorurteile und die von Angst und Strenge geprägten Machtstrukturen innerhalb einer katholischen Privatschule für Knaben im Amerika der 60er Jahre.

Weil er sich Donald Muller, dem ersten farbigen Schüler der Einrichtung, besonders zuwendet, sieht sich der liberale Gemeindepriester Flynn plötzlich dem Vorwurf ausgesetzt, den Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sich dann an ihm vergangen zu haben. Verteidigen muss er sich gegenüber der strengen Schulleiterin Schwester Beauvier und der jungen Lehrerin Schwester James, die das Verfahren durch ihre Anschuldigungen erst ins Rollen gebracht hat. Donalds Mutter indes zeigt sich besorgt aber auch überfordert mit der Situation. In den bühnenwirksam und stilgerecht entworfenen Kulissen von Annedore Hedde-Schürmann agieren Anne Rohde (Schwester Beauvier), Tina Kliemann (Schwester James), Heike Börgert (Mrs. Muller) und Markus Laurenat (Vater Flynn)  absolut überzeugend und erweisen sich als theatralischen Dream-Team für diesen spannenden, packenden, überaus sehenswerten Abend.    

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