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Als gäb’s kein Morgen

In The Whale in der Kieler Schaubude Als gäb’s kein Morgen

Eine introvertierte, atmosphärisch dichte Ein-Mann-Band aus Berlin und zwei wilde Jungs aus Denver, Colorado: Ein abwechslungsreiches Package mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung war in der Schaubude zu Gast.

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Voller Einsatz: Nate Valdez (li.) und Eric Riley.

Quelle: kpb:KAI-PETER BOYSEN

Kiel. Dominik Jureschko alias White Hand Gibbon macht den Anfang und hüllt den für einen Mittwoch passabel gefüllten Club mit Stimme, Gitarre sowie Händen und Füßen an diversen elektronischen Effekten in bizarr-schöne Klangwolken. Erstaunlich, wie der Berliner als Fels in seiner Emo-Postrock-Punk-Soundbrandung die Übersicht behält.

 „I`ve never seen that before“, zollt ihm Nate Valdez nach dem Auftritt Anerkennung. Valdez ist der Gitarrist und Sänger des folgenden Duos In The Whale; zusammen mit Drummer Eric Riley legt er danach los, als gäb’s kein Morgen. Die Jungs haben sich offensichtlich vorgenommen, auf ihrer ersten Europa-Tour einen erinnerungswürdigen Eindruck zu hinterlassen. Mit 34-28-32 drücken die beiden aufs Gas und drehen mit Whisky, Gin & Beer noch weiter auf. Eric hat sein Schlagzeug seitlich zum Publikum aufgebaut und blickt somit beim häufigen Einsatz als zweite Stimme nach vorn. Nate Valdez nutzt diesen Aufbau sehr oft, um sich headbangend zur Seite über die Bassdrum zu beugen, während Eric auf die Felle drischt.

 Der Gitarrensound ist stonermäßig fett, erinnert an Queens Of The Stone Age, dann wieder klingt es nach Monster Magnet, dann nach Green Day oder den Ramones. Tiefe Töne werden bei Bedarf per Bodeneffekt erzeugt, das spart einen Platz im Bandbus. Radio ist ein wilder und staubiger Ritt, Galaxie und LA haben bestechende Hooklines, Shall Not Be Moved beginnt mit zartem Bluegrass-Fingerpicking und kommt dann sehr dynamisch ins Rollen – die Band nutzt alle Möglichkeiten der rhythmischen Betonung.

 In The Whale spielen fast alle Songs ihrer bisher erschienenen drei EPs, wobei der Live-Sound noch mehr drückt, auch weil beide bestens eingespielt sind. „Compared to America, everything in Germany kicks ass“, meint Valdez. Das kann man auch getrost den Jungs aus Colorado attestieren.

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