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Blitzkritik: Auf zehn beseelten Saiten

Ulf Meyer und Martin Wind Blitzkritik: Auf zehn beseelten Saiten

Seit mehr als 25 Jahren arbeiten die beiden gebürtigen Flensburger Jazz-Musiker Ulf Meyer (Gitarre) und Martin Wind (Kontrabass) als Duo zusammen. Im gut besuchten Kulturforum stellten sie ihr jüngstes Album „Fuglsang“ vor.

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Foto: Ulf Meyer und Martin Wind begeisterten das Publikum im Kieler Kulturforum.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Der erste Eindruck:
Zwei Seelen spielen hier vereint auf nicht sechs plus vier Saiten, sondern als wäre es ein gemeinsamer Zehn-Saiter. Wind spielt seinen Bass oft wie eine Gitarre, und Meyer legt manchmal als Gitarrist mit zarten Akkorden das Fundament.
Das Programm:
Nicht nur lyrisch swingende Eigenkompositionen, etwa Winds ursprünglich als Theatermusik komponiertes „Rainy River“ oder Meyers flamencoeske Suite „Memories Of Spain“, präsentiert das Duo. Gerade in den Interpretationen von „Klassikern“ aus Jazz (z.B. Duke Ellingtons „In A Mellow Tone“, Pat Metheneys „James“), aber auch aus Rock-Pop („Black Night“ von Deep Purple) entfaltet das Duo seinen ganz eigenen Stil und verwandelt so die gecoverten Stücke, holt den Pop in den Jazz und umgekehrt.
Das Publikum:
Wie schon das Konzert vor ziemlich genau einem Jahr am selben Ort ist auch dies eine Art „Heimspiel“. Das Publikum feiert die beiden als „Landeskinder“ – mit begeistertem Szenenapplaus nach jedem Solo.
Was in Erinnerung bleibt:
Seele zaubern Meyer und Wild den ganzen Abend auf und aus ihren Saiten – am intensivsten und berührendsten in der zweiten Zugabe: „My Funny Valentine“ hat man selten als so innig beseeltes Liebeslied gehört.
Fazit:
Zwei Seelen schlagen sprichwörtlich in mancher Brust, auch bei Jazz-Musikern. Bei Ulf Meyer und Martin Wind dagegen ist es eine gemeinsame Seele, die auf zwei Instrumenten im vereinten Pochen des Groove verschmilzt.

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