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„Ute, die Gute“ ganz sie selbst

Ute Schönherr „Ute, die Gute“ ganz sie selbst

Erfolgreich war der Sommer für die in Postfeld lebende Sängerin Ute Schönherr. Beim NDR-Wettbewerb Schleswig-Holstein-Hammer belegte sie den 4. Platz unter 300 Bewerbern. Zum Herbstbeginn stellt sie nun im Kieler Schloss ihr 8. Studioalbum mit dem beziehungsreichen Titel I’ll Be Me vor.

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Ute Schönherr ist auf ihrem neuen Album „I’ll Be Me“ vom pinken Pop zu goldenen Klangfarben gereift.

Quelle: Katrin Schmitt/Outshot

Postfeld/Kiel. Erfolgreich war der Sommer für die in Postfeld lebende Sängerin Ute Schönherr. Beim NDR-Wettbewerb Schleswig-Holstein-Hammer belegte sie den 4. Platz unter 300 Bewerbern. Zum Herbstbeginn stellt sie nun im Kieler Schloss ihr 8. Studioalbum mit dem beziehungsreichen Titel I’ll Be Me vor.

Das ist freilich nur der vorläufige Abschluss eines „ziemlich aufregenden Jahrs“. Für die Baltic Hurricanes, deren Spiele sie schon in der 4. Saison mit ihren Versionen der deutschen, der US- und zum EFL Pokal 2014 auch der spanischen Nationalhymne begleitet, schrieb und sang sie zusammen mit Gottfried Koch, ihrem langjährigen Komponisten, Produzenten und Begleiter auf Gitarre und Keyboard, den Fan-Song Go Canes Go, der im Stadion und im Internet innerhalb kürzester Zeit zur tausendfach geklickten Canes-Hymne avancierte.

Erfolgsverwöhnt sieht sich die klassisch ausgebildete Sängerin mit ihrem charakteristischen Mezzosopran, die in den USA schon mit Pop-Koryphäen wie George Duke produzierte und für die Dieter Bohlen eigens den Song Sad, Sad Love schrieb, dennoch nicht unbedingt. „Ich ecke immer ein bisschen an“, lacht „Ute, die Gute“, als die sie auf Facebook gern grüßt. Etwa wenn sie sich von der nur vermeintlich guten Empfehlung, „doch lieber auf Deutsch zu singen“, wie auch von den „leider nach wie vor bestehenden Vorurteilen gegenüber einer Sängerin, die im Rollstuhl sitzt und daher als nicht bühnentauglich gilt“, nicht beirren lässt. Beharrlich setzt sie ihr I’ll Be Me dagegen, was auch dem jüngsten Album den Titel gab. Als „Ich werde ich, ich werde frei sein“ und „Man darf, kann und muss noch träumen“ beschreibt sie den Inhalt nicht nur dieses Songs. Und nicht zuletzt als „Ich bleibe mir treu.“ Dennoch sei „das Leben eine Ganztagsschule“: Zu lernen also, dass sie im Radio trotz ausgewiesener Pop-Kompetenz immer noch nicht gespielt wird. „Da aber will ich hin!“

Mit dem neuen Album könnte dieses stimmgewaltige, von der Intimität ihrer Texte her gleichwohl zarte Klopfen an den Senderpforten erhört werden. Ute ist in ihrem „zwar ganz ich selbst, trotzdem kritischer mit mir selbst und meinen Songs Sein“ stimmlich wie textlich (für I’ll Be Me hat sie erstmals alle selbst geschrieben) „reifer geworden“. Nicht nur Pop hört man hier, sondern auch manche Jazz-, Blues-, Country- und Folk-Avance. So bereichert der Kieler Jazz-Saxofonist Jiri Halada als Special Guest ihr Konzert.

„Ganz ich werde ich wohl erst am Ende des Lebens sein“, prognostiziert Ute mit ihrem strahlenden Lächeln. Bis dahin will sie sich „weiter vom Wind treiben lassen“, denn „das größte Geschenk im Leben ist das Leben“.

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