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„Plötzlich entsteht etwas Unvorhergesehenes“

Tanzabend in der Hansastraße 48 in Kiel „Plötzlich entsteht etwas Unvorhergesehenes“

Fünf Kurzchoreografien bringt Victoria Lane Green, Tänzerin im Kieler Ballett und Leiterin der Ballett-Akademie, mit vier Kollegen auf die Bühne der Hansastraße 48.

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Victoria Lane Green - Probe im Ballettsaal

Quelle: Foto: Marco Ehrhardt

Kiel. Kiel. Die Choreografie zum Beruf zu machen, das wäre ihr zu schwer. Aber manchmal, erzählt Victoria Lane Green, kommen eine Idee und eine Musik zusammen. Und wenn dann auch noch ein bisschen Muße da ist, wie im vergangenen Sommer zu Hause im kanadischen Calgary, dann entsteht ein Projekt wie der Tanzabend Anchored Soul, der am morgigen Mittwoch in der Hansastraße 48 Premiere hat.

 Fünf Kurzchoreografien bringt die Tänzerin im Kieler Ballett und Leiterin der Ballett-Akademie mit vier Kollegen auf die Bühne. Außer der Reihe und neben dem laufenden Programm im Opernhaus. „Manchmal ist es schwierig, sich abends nochmal zu einer Extra-Probe aufzuraffen“, sagt Green, „aber dann entsteht plötzlich eine neue Energie oder etwas ganz Unvorhergesehenes.“

 Zwei Choreografien hat Victoria Lane Green selbst erarbeitet, drei hat sie von Yukichi Hattori übernommen. Den ehemaligen Star-Solisten aus John Neumeiers Hamburg Ballett hat die Kanadierin in Calgary kennengelernt, wo beide zusammen im Alberta Ballet tanzten und Hattori seit 2005 als Tänzer und Choreograf arbeitet. „Yukichi ist einer, der immer Lust auf alles hat“, sagt sie über den Japaner, der für seine Tanzexperimente auch in Japan bekannt ist und in Calgary kürzlich als „herausragender Künstler“ ausgezeichnet wurde. „Seine Arbeiten haben so eine Energie – die wollte ich unbedingt hier zeigen.“ Die Idee gefiel dem Kollegen, und so stehen nun in Kiel von ihm ein Solo, ein Pas de Deux aus seinem Carmen-Ballett sowie ein Männer-Duett auf dem Programm.

 „Das sind alles sehr unterschiedliche Stücke“, sagt Lane Green; die Bandbreite reicht von ganz klassisch bei Carmen bis zu Hip-Hop. „Aber irgendwie geht es in allen Stücken um Sackgassen und innere Kämpfe.“ Was der Titel Anchored Soul zusammenfasst. Sie selbst umkreist das Thema in zwei eigenen Stücken; in Ghost Notes begegnen sich der Tänzer Shori Yamamoto und der Schlagzeuger Christian Belau ein bisschen wie in einer Art Disput. „Mit Live-Musik ist das immer toll“, sagt Lane Green. „Da musst du genau hinhören und reagieren. Und die beiden stacheln sich gegenseitig an.“

 Eine Herausforderung ist auch die kleine Bühne in der Hansastraße 48, die Victoria Lane Green schon vor einem Jahr für einen intensiven Tanzabend nutzte. „Das Publikum ist einem sehr nah. Es hört das Atmen und sieht den Schweiß der Tänzer. Das hat seinen eigenen Reiz.“

 

  

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