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Neues Ensemble um Astrid Großgasteiger

Theater im Werftpark Neues Ensemble um Astrid Großgasteiger

Kristin freut sich jeden Morgen auf die Hörnbrücke, die Ostsee und ihren Duft. Lasse hängt gern an der Schwentine rum. Sebastian macht sich Gedanken über den dunklen Ort hinter der Halle 400. Annegret hatte ihren Lieblingsort in Kiel schon nach einer Woche gefunden und hält ihn geheim.

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Die Neuen im Werftpark: (von links) Kristin Hansen, Lasse Wagner, Sebastian Kreuzer, Theaterleiterin Astrid Großgasteiger, davor Theaterpädagogin Karolin Wunderlich, Annegret Taube und Pia Leokadia.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Und Pia gefällt der verwunschene Südfriedhof. Sie sind heimisch geworden, die fünf neuen Schauspieler im Theater im Werftpark, mit denen Astrid Großgasteiger als Nachfolgerin von Norbert Aust in ihre erste Kieler Spielzeit startet. Am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür und der ersten Premiere: Karlsson vom Dach.

Und ein bisschen sind sie während der Proben zu Karlsson auch schon zur Gruppe geworden. „Das ist schon etwas Besonderes, dass wir hier alle zusammen neu anfangen“, sagt Kristin Hansen, die aus Niebüll kommt und nach der Schauspielausbildung in Hamburg im Werftpark-Theater ihr erstes Engagement hat. „Das ist eine tolle Herausforderung – und es klappt so gut.“ Der gemeinsame Aufbruch motiviert auch Sebastian Kreuzer aus Hamburg und Lasse Wagner, der sich erst in letzter Minute am Werftpark beworben hat. Schließlich kommt er aus Preetz, ging von da an die Schauspielschule Kiel, gründete das Lee-und-Luv-Theater – fand die Zeit allerdings auch reif für den Absprung aus dem Norden. „Aber ich bin gern in Kiel“, sagt der 28-Jährige, der Karlsson spielt: „Und ich finde es gut, dass es hier geklappt hat.“

"Nie vom Theater geträumt"

Während fast alle als Berufsanfänger in Kiel starten, bringt Annegret Taube schon Ensemble-Erfahrung mit. Nach dem Musikgymnasium und der Schauspielschule in Ulm hat die 28-Jährige an der Württembergischen Landesbühne Esslingen gespielt – und sich jetzt ganz gezielt das junge Theater ausgesucht: „Weil es das interessantere Publikum hat. Das reagiert so schön ungefiltert – da kann man sich keine Routine erlauben.“ Dagegen hat Pia Leokadia, die in Köln studiert hat, bisher „null Erfahrung“ mit jungen Zuschauern – allerdings als Fan von Arielle und Superhelden-Comics auch kein Problem, sich in deren Kosmos hineinzudenken. „Ich habe eigentlich nie vom Theater geträumt, sondern immer vom Film“, sagt die in Braunschweig Geborene direkt und würde supergern mal einen Marvel-Comic auf die Bühne bringen: „Am liebsten X-Men.“ Was bei ihren neuen Kollegen bestens ankommt: In der illustren Mutanten-Truppe mit ihren unterschiedlichen Spezialfähigkeiten findet sich irgendwie jeder wieder.

Dann schwirren noch ein paar andere Träume durch das Theaterchefinnen-Büro, so unterschiedlich wie die fünf Neuen. Lasse hätte Lust auf Brechts Dreigroschenoper, Annegret, die sehr lange sehr ernsthaft Geige gespielt hat, auf ein Tanzstück und Kristin, die am liebsten singt, auf die antiken Frauenfiguren: „Antigone oder Penthesilea – das ist ganz existenziell, die würde ich gern mal spielen.“ Sebastian, der im vergangenen Jahr auf Kampnagel und im Phantom der Oper an der Flora zu sehen war, legt sich dagegen nicht fest: „Mir fällt immer erst bei den Proben auf, was toll an einem Stück ist. Bei Karlsson zum Beispiel wechsle ich zwischen drei Rollen – und es ist spannend, die drei gegeneinander abzugrenzen.“ Musik aber ist ihnen allen wichtig, singen und/oder ein Instrument kann hier jeder: „Musik transportiert ja immer auch ein Gefühl.“

Karlsson mag sie auch

Mit dem Lindgren-Stück geben die Fünf ihren Einstand als Ensemble; und wenn man es sich recht überlegt, ist der Mann mit dem Propeller auf dem Rücken ja auch eine Figur mit besonderen Fähigkeiten. Pia hat ihn – anders als die anderen, für die die Geschichte zur Kindheit gehörte – mitsamt seiner Erfinderin Astrid Lindgren erst in Kiel kennengelernt: „Ich habe eher Transformers und Power Rangers geguckt.“ Karlsson aber mag sie auch, wegen Lillebror und seiner Familienbande: „Ich selbst komme aus einer Riesenfamilie – und für mich sind das Leute wie aus dem richtigen Leben.“

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