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Frau Kürthy und die Solisten

Vier Premieren beim Theater Die Komödianten Frau Kürthy und die Solisten

Eigentlich sollte es eine Saison der Literaturnobelpreisträger werden – aber dann kam Ildiko von Kürthy dazwischen. Mit ihrem Bestseller Mondscheintarif, der 1999 am Beispiel der Anfang-Dreißigerin Cora Einblick gab in die verwirrt verliebte Frauenseele und seither so etwas wie ein Klassiker geworden ist. „Ich fand das Buch witzig, auch sehr bühnentauglich“, sagt Markus Dentler.

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Komödianten-Chef Markus Dentler freut sich auf eine Spielzeit mit Literaturnobelpreisträgern.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Und: „Ich habe mit Sina Schulz eine tolle Schauspielerin dafür.“ Sina Schulz war schon 2014 bei der Revue „Lola Blond“ dabei; Christoph Munk, der auch damals Regie führte, inszeniert jetzt am Theater Die Komödianten das Ein-Frauen-Stück (Premiere: 10. November).

 Die Nobelpreisträger kommen in der kommenden Spielzeit bei den Komödianten trotzdem zum Zuge. Schließlich treibt Dentler die Idee schon länger um: „Die werden immer so hoch gehängt, gelten als kompliziert – dabei muss man keine Angst vor ihnen haben.“ Samuel Beckett zum Beispiel. Von dem Iren bringt Markus Dentler den Monolog Das letzte Band (1958) auf die Bühne und spielt Krapp gleich selber, den alten Grantler, der sich hier über sein Leben, die Liebe und den Sinn von allem auslässt. Beckett gehört sowieso zu Dentlers Lieblingen, wie der britische Kollege Harold Pinter oder der italienische Schauspieler-Dramatiker Dario Fo. „Von einem der beiden wird es 2017 bei uns noch ein Stück geben“, sagt er — und gönnt sich noch ein bisschen Zeit mit der Entscheidung.

 Die Reihe der Literaturnoblen vervollständigt Heinrich Böll, eine der prägenden Gestalten der deutschen Nachkriegsliteratur, die heute trotz zahlreicher Auszeichnungen und Verfilmungen (Die verlorene Ehre der Katharina Blum) ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Grund genug, den Autor, dessen Geburtstag sich im kommenden Jahr zum 100. Mal jährt, wieder zu beleben. Die Komödianten bringen zum Böll-Jubiläum den Roman Ansichten eines Clowns auf die Bühne – als Ein-Personen-Stück in einer eigenen Fassung, die Regisseur Christian Lugerth mit Ivan Dentler als Clown Schnier auf die Bühne bringt (Premiere: 9. Februar 2017). „Das ist einfach ein großartiger Roman“, sind sich Dentler und Petra Bolek einig, „und die Mischung aus Künstlerroman und Katholizismus, Liebesgeschichte und Zeitgemälde ist auch heute noch aktuell.“

 Das neue Programm macht dem Theaterdirektor jetzt schon Spaß. „Yasmina Reza läuft überall“, schmunzelt er, „ich möchte das Ganze ein bisschen aufmischen.“ Also haben die Komödianten auch wieder ein paar Extras erfunden. Die „Jazzlaterne“ zum Beispiel, in der jeweils am vierten Sonntag im Monat, um 17 Uhr, Bands aus Kiel und der Region auftreten. Den Anfang macht am 25. September die Bluewater Jazzband. Nach dem Brand auf Hof Akkerboom war die Sonntagsmatinee vorübergehend zu den Komödianten ausgewichen. „Das hat uns solchen Spaß gemacht, das wir etwas ähnliches weitermachen möchten“, so Dentler, „nur nicht am Morgen und nicht ganz so traditionell.“ Im EKZ Schenefeld zelebrieren die Komödianten am 27. Oktober außerdem einen ganzen Theatertag vom Kinderprogramm über Den kleinen Prinzen bis zum Jazzkonzert.

 Weiter im Programm sind der Mankell-Monolog Bagger, das Banker-Stück Zeit der Kannibalen und die Komödie Macho Man. Natürlich gibt es Gastspiele, von Hans-Christian Hoth, der sein jüngstes Programm Stabile Seitenlage (7./8. Oktober) zeigt, oder des Frauen-a-cappella-Chors Cantabile aus dem russischen Tilsit, mit dem die Komödianten den kulturellen Partnerstadt-Austausch fortsetzen. Auch der Sommer 2017 wirft schon seine Schatten voraus. Da feiern die Komödianten 25 Jahre Rathaushof-Theater. Es gibt die Idee einer mehrsprachigen, mit einigen Partnerstädten realisierten Version des Kleinen Prinzen: „Wir arbeiten daran ...“

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