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Klassikertreffen und eigenständige Regie-Handschriften

Die neue Spielzeit im Schauspiel Klassikertreffen und eigenständige Regie-Handschriften

Von Shakespeare bis Andrew Lloyd Webber und von Horvàth bis zu Frankreichs Star-Autorin Yasmina Reza: Das Kieler Schauspiel zeigt in der Spielzeit 2016/17 die volle Bandbreite.

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Nicht nur zur Weihnachtszeit: „Schöne Bescherungen“ mit Katharina Abt und Imanuel Humm bleibt auch 2016/17 im Spielplan.

Quelle: Foto: Olaf Struck

Kiel. So übernimmt Dariusch Yazdkhasti Jean-Paul Sartres modernen Klassiker Die schmutzigen Hände, der im deutschsprachigen Raum gerade seine Bühnenrenaissance erlebt. „Einen Politthriller“ nennt Dramaturg Jens Raschke das Stück (1948) über radikales Handeln und moralische Integrität – und damit hat „der junge Wilde“ Yazdkhasti nach Maria Stuart Erfahrung. Annette Pullen, derzeit mit Feridun Zaimoglus Paraphrase auf die 10 Gebote befasst, bringt Ödön von Horvàths poetisches Rummelplatz-Stück Kasimir und Karoline auf die Bühne. Höchste Zeit: Es war zuletzt vor 14 Jahren im Werftpark-Theater zu sehen.

 Von Horvàths Gedankenwelten zu denen der Gegenwartsdramatikerin Dea Loher ist es nicht weit: Auch ihr 2003 uraufgeführtes Stück Unschuld zeigt ein tolles Kaleidoskop der Randfiguren, erzählt von Einwanderern, Suizid-Gefährdeten und Überlebenden. Regie führt in dem Ensemble-Stück Malte Kreutzfeldt, der in dieser Spielzeit zu Schillers Jungfrau von Orleans sensiblen Zugang fand. Komödien-Experte Siegfried Bühr kehrt nach längerer Pause nach Kiel zurück. 2006 brachte er Yazmina Rezas Der Gott des Gemetzels auf die Bühne, diesmal inszeniert er Rezas Drei Leben. Und Ulrike Maack, deren Inszenierung Blindlings gerade läuft, zeigt im Herbst das Familiendrama Die Glasmenagerie (1945).

 Die Spielzeiteröffnung übernimmt traditionell Daniel Karasek und setzt mit Shakespeares Wintermärchen im 400. Todesjahr des englischen Dramendichters die Tradition fort. Das Bühnenbild für das Spätstück mit seinem zwischen Sizilien und Böhmen wabernden Familien- und Staatskonflikt entwirft die in Berlin lebende japanische Künstlerin Chiharu Shiota. Ihr traut Karasek die räumliche Verknüpfung der Welten zu: „Das wird so etwas wie eine Performance-Installation.“

 Für Entdeckungen ist 2016/17 vor allem das Studio-Programm zuständig. Da wird Kristin Trosits die Uraufführung von Jens Raschkes Hamsterblut über Patientendarsteller im Krankenhaus (!) inszenieren. Da ist die vielbeachtete Regisseurin Julia Heinrichs zu entdecken, die mit George Brants Monolog Am Boden ihr Kiel-Debüt gibt. Und der streitbare schwedisch-tunesische Autor Jonas Hassem Khemiri und sein Stück Ich rufe meine Brüder über Vorurteile und Zuschreibungen lohnen sowieso.

 Die Musical-Position besetzt in der Regie von Ingo Putz die britische Arbeiterkomödie The Full Monty – Ganz oder gar nicht, die vom Kultfilm zum vielfach preisgekrönten Musical wurde. Das Weihnachtsmärchen Aschenputtel bringt Regisseurin Jimena Echeverri-Ramirez auf die große Bühne. Und im November wird das Schauspielhaus einmal mehr zum Schauplatz der Bühnen-Einzelkämpfer: Vom 11. bis 18. November steht die zehnte Ausgabe des Monodrama Festival Thespis auf dem Programm.

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