16 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
LaLeLu begeisterte das Publikum

Vorpremiere LaLeLu begeisterte das Publikum

Feinstes Sommerwetter mit Zugabe: Die A-cappella-Comedy-Truppe LaLeLu sorgte am Freitag im voll besetzten Lutterbeker für allerbeste Stimmung mit „Muss das sein?! - Das Trendprogramm“.

Voriger Artikel
Faszinierendes Kaleidoskop
Nächster Artikel
Die brüderliche Riesengeige und der Pultstar

Das Quartett aus Hamburg hat einmal mehr seine Sonderstellung unter den deutschen A-cappella-Ensembles bewiesen.

Quelle: Björn Schaller

Lutterbek. Um es gleich vorweg zu sagen: Ja, es muss sein - dieses Programm. Denn das Quartett aus Hamburg beweist einmal mehr seine Sonderstellung unter den deutschen A-cappella-Ensembles. Wie es gesangliche Qualität mit Sprachwitz, komödiantischem Talent, Bühnenpräsenz und Ideenreichtum verbindet, ist schon einmalig. LaLeLu bildet da quasi sein eigenes Sub-Genre aus. Gefühlt hätte die über zweieinhalbstündige Show gut und gerne Material für einen weiteren Abend liefern können. So blieb, bis auf ein paar kleine Umzugspäuschen, die aber komisch mit Opernwitzen und anderen Frotzeleien überbrückt wurden, kaum mal Zeit zum Luftholen.

Wer hätte beispielsweise beim Überhit „Hello“ von Popdiva Adele an den herzzerreißenden Anruf eines Callcenter-Mitarbeiters, in Gestalt von Bariton Jan Melzer, gedacht, der einem einen neuen Telefontarif unterjubeln möchte? Auch andere stimmig in neue Zusammenhänge gebrachte Cover haben die vier auf Lager: So das stilechte Duett der beiden Udos, Lindenberg (Jan Melzer) und Jürgens (Frank Valet), die sich im Trendprogramm „Sing meinen Song“ gegenseitig ihrer Lieder annehmen. Lindenbergs Nuschelorgan passt eins-a zu „Aber bidde mit Sahne“. Und auch die eigenen Songs  überzeugen, wie die fast schon dadaistisch anmutende Nummer über den „Bass mit Höhenangst“ Tobias Hanf. Während Mezzosopran Sanna Nyman, Finnin mit „Schnee-Hintergrund“, sowieso in etlichen Rollen glänzt: Etwa als lasziver Vamp, der sich in Wahrheit mit schalem ehelichen Zwei-Minuten-Sex zufrieden geben muss. Bei der Fülle kann man auch mal ein schwächeres Stück, wie das über die Afrika- versus Europa-Klischees, locker verschmerzen.

Musikalisch werden viele Genres bedient: Jazziges steht neben Pop, ein wunderschön von Sanna Nyman gesungener Fado („Ondeia“) neben einem furios umgetexteten Queen-Medley und einer ungebremst albernen Opernparodie mit extra-scheußlichen Kostümen. Nach der Pause brilliert Tobias Hanf zudem als Parodist so unterschiedlicher Figuren wie Horst Seehofer und Joachim Löw, der sein „Handspiel in seinem persönlichen Strafraum“ zum neuen Trend erklärt. Wunderbar auch das Verhohnepiepeln von Verschwörungstheoretikern á la Pegida zur Melodie von „Da Da Da“: „Wir werden alle kontrolliert – aha!“. Man merkt einfach, dass LaLeLu zugleich äußerst professionell und mit  viel Spaß auf der Bühne agieren, der sich direkt aufs Publikum überträgt. Mehr kann keiner wollen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3