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„Dann geh doch!“

Werftpark-Theater „Dann geh doch!“

Der Ballonflug, mit dem die Kollegen ihren scheidenden Chef hatten gen Himmel schicken wollen, fiel angesichts der Wetterlage aus – aber eine Feier nach dem Geschmack von Norbert Aust, der sich am Mittwoch als Leiter des Theaters im Werftpark verabschiedete, wurde es doch.

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Außen vor und mitten drin: Norbert Aust.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Der Zirkus Beppolino hatte seine Zelte aufgebaut, in denen beim Sturzregen ordentlich Drängelei herrschte. Darunter auch Horst Fechner, 1978 bis 1985 Theaterintendant in Kiel und maßgeblich an der Berufung Norbert Austs beteiligt. Ganz passend hatte man dem scheidenden Theaterchef darunter einen Thron eingerichtet. Die Käpt’n Kümo Marching Band marschierte, Andreas Schauder moderierte, und die Schauspieler von DeichArt sangen ihrem Chef mit Howard Carpendale ein frech-fröhliches Dann geh doch.

 Oberbürgermeister Ulf Kämpfer lobte Austs Fähigkeit, sich in allen möglichen Verkleidungen unter die Menschen zu mischen, „immer auf Augenhöhe und augenzwinkernd“. Und er konstatierte, dass Austs Idee, sich an der Verbesserung der Welt und der Menschheit zu beteiligen, in Kiel keine Idee geblieben war. Und statt Freibier gab es die Möglichkeit, mit dem Getränkekauf den von Nachfolgerin Astrid Großgasteiger geplanten Umbau des Theaters zu unterstützen.

 „Der Himmel weint, wenn Norbert geht“, brachte Petra Bolek vom Theater Die Komödianten es auf den Punkt. Komödianten-Chef Markus Dentler schätzt den Scheidenden als „richtigen Theatermacher“. Und die Volksbühne Kiel machte Aust „für sein außerordentliches Engagement in der Theater- und Bildungsarbeit“ zum Ehrenmitglied des Vereins. „Vor über 32 Jahren warst du ein Pionier“, schreibt der Vorsitzende Gerd Müller in einem Brief und nennt Aust einen „allseits beliebten und anerkannten Multiplikator für die Kunst“.

 Und während sich im Zelt Lobreden und Darbietungen abwechselten, nahm vor der Gerhard-Hauptmann-Schule, der Norbert Aust die Tonversion des Werftpark-Maskottchens Hotte von Tina Schwichtenberg sowie die Stahltiere von Fritzi Metzger aus dem Foyer vermachte, eine Schüler-Lehrer-Abordnung Aufstellung: geschickt, um den Theaterleiter mit einem sagenhaften Nasenflöten-Konzert zu verabschieden.

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Ein Artikel von
Ruth Bender
Kulturredaktion

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