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Zuversicht pur

Fauré-Requiem Zuversicht pur

Trost, Hoffnung und Kraft standen als lebenbejahender Grundton dem geistlichen Konzert in der Nikloauskirche gut. Kantor Werner Parecker zelebrierte mit der bestens gestimmten Chorgemeinschaft St. Nikolaus am Volktrauertag Gabriel Faurés "Requiem".

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Ließen konzentriert die Töne strömen: Die Chorgemeinschaft St. Nikolaus führte Gabriel Faurés "Requiem" auf.

Quelle: Beate König

Kiel.  Wie ein Geleit in eine konstruktive Meditation hatte Parecker das Konzert mit Solo- und Chorstücken konzipiert. Eindrucksvoll vollzog Julian Redlin mit zunächst dramatisch-kernigen, dann weich-kontuiertem Ton im dritten der Vier ernsten Gesänge von Johannes Brahms den auskomponierten Wandel von schmerzlichem Verlust zu Erlösung im O Tod, wie bitter bist Du. Constanze Berger ersetzte mit ihrem in Antonin Dvoraks Biblischen Liedern edlem, voll und liquide strömenden Sopran die kurzfristig erkrankte Kirsten Redlin. Zum Herzton der innigsten Art wurde das Titelthema des Films Schindlers Liste von John Williams in der Interpretation der Geigerin Henrieke Neubert, bevor der von der Empore singende Chor ein strahlendes, makellos sicheres Requiem wie ein Postulat in den Kirchenraum entsendete.

 Bestens präpariert, tonal sicher, dabei vital erklang Faurés Werk in klar ausgearbeiteten Kontrasten. Das kernsaubere Sanctus und das von den Bassängern markig genommene Hosanna machten unmissverständlich klar, dass Parecker bei aller überirdischer Zuckergusszartheit im Luceat eis die diesseitigen, erdverbundenen Kraftströme der Musik weiterleiten wollte. Purer Genuss, den exakten Lautstärke-Abstufungen des Chors im himmlisch duftigen In Paradisum zu folgen, während die von Organist Eberhard Lauer sehr zurückgenommen registrierte Orgel, Töne von sanfter Quelwasserfrische beimengte. Auf Wunsch Pareckers ließ das Publikum die edel strömenden Harmonien ohne Applaus wirken und verließ zum Schluss still die Kirche. Großartig.

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