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Peace-Party mit Metalheads und Blumenkindern

Wilwarin 2016 Peace-Party mit Metalheads und Blumenkindern

Gute Musik, gutes Publikum, gute Atmosphäre, gutes Wetter. Klingt nach Wilwarin – ist es auch. Das kleine, bunte und mit 4500 Besuchern ausverkaufte Festival abseits des Mainstream startete mit dem wie immer gut geschüttelten Mix von Balkan-Beats bis Hardcore-Punk mit bunten Menschen im Dauertanz.

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Klein, bunt und peacig: Das Wilwarin.

Quelle: Michael Kaniecki

Ellerdorf. Freundlich, unaufgeregt und professionell, bei solchem Personal gleitet man geschmeidig ins Festival und begibt sich gen Hauptbühne. Dunkle Wolken ziehen auf – doch es ist nur der Staub, den die vielen tanzenden Menschen vor der Main Stage aufwirbeln. Man bewegt sich barfuß im Sand und auf der Bühne sorgt der Hamburger Reggae-Singer/Songwriter Tóke mit den Soultree Collectives für entspannte Grooves.

Die Deko ist All-gegenwärtig; ein Mr. Spock-Altar huldigt dem spitzohrigen Vulkanier, die Hauptbühne ist mit grobpixeligen Arcade-Aliens umrankt und wer nach Hause telefonieren möchte, geht in die Telefonzelle? Nein, die ist ein Instant-Studio, ausgestattet mit Mikro, Kopfhörern und einer Akustikgitarre. Wer singen, spielen oder rappen möchte, kann dies dort tun, es wird aufgenommen und direkt auf CD zum Mitnehmen gebrannt.

Foto: Rapperin Sookee auf dem Wilwarin 2016.

Staub, Liebe und jede Menge Musik. Das Wilwarin Festival in Ellerdorf mit Sookee, Dragster und Wucan.

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Isolation Berlin haben derweil die zweite Bühne, den Secound Ground, erklommen, obwohl es bei einer Bühnenhöhe von zwanzig Zentimetern nicht viel zu erklimmen gibt. Für die Stimmung ist die fehlende Distanz optimal, so gibt es Begegnungen auf Augenhöhe, was die britische Punkband dragSTER mit Sängerin Fi sichtlich genießt. dragSTERs dreckiger Siebziger-Punk wird gefolgt von kraut-und hardrockigen Klängen der Dresdner Band Wucan um die großartige Sängerin Francis Tobolsky, die mit starker emotionaler Stimme, Querflöte und Theremin den Second Ground verzaubert. Und das derart, dass sogar komplett nackte Tänzer vor der Bühne erscheinen. Harte Klänge auch weiterhin, die Deadheads aus Göteborg brettern drauflos wie die frühen Hellacopters, während die folgenden The Moth aus Hamburg noch die düstere Doom-Komponente ins Spiel bringen.

Auf der Hauptbühne hat sich die tanzorientierte Musik länger gehalten, Espana Circo Este bewegen mit Balkan-Beats, Hip-Hop und Tango-Punk, während das Provinztheater aus Krefeld Tuba, Akkordeon, Kontrabass, Stromgitarre und Kuhglocken zu einem bunten Mix veredelt und die Fußgängerzone auf die Bühne hebt. Später in der Dunkelheit des Abends rappt die Berlinerin Sookee mit dem, was die Kritiker mal ein „gesungenes Soziologiestudium“ nannten. Egal, die Bässe drücken, der Flow stimmt und viel zu sagen hat die kleine starke Frau nicht nur in „Spuck auf Rechts“.

Natürlich gibt`s auch noch die gut besuchte Reggae Stage und die ebenso gut frequentierte Electro Stage namens „Ellysium“, vor denen zu pausenloser Beschallung getanzt wird. Das Publikum ist schwerpunktmäßig jung bis sehr jung, dazwischen tummeln sich die unpünktlich Gereiften der früheren Jahre. Heute geht die Party weiter, unter anderem mit den Kieler Bands Mosquito Jack, Keine Zähne im Maul, aber La Paloma pfeifen und Vladimir Harkonnen. Headliner ist das Dubioza Kollektiv. Peace!

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