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Weiß oder nicht weiß

„Kunst“ im Sechseckbau Weiß oder nicht weiß

Schon 1994 wurde „Kunst“ von Yasmina Reza in Paris uraufgeführt, doch auch heute noch wird das zwischen Ernst und Heiterkeit mäandernde Theaterstück viel und gerne gespielt. Das Studententheater Pampel et Marc brachte jetzt eine gelungene Inszenierung auf die Bühne des Uni-Sechseckbaus.

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Margot (Asita Roustai, li.) ist entgeistert, hat Serge (Frederik Bornhofen, vorn) wirklich „200 Riesen“ für ein weißes Bild mit weißen Streifen ausgegeben?

Quelle: Dietmar Fiedler

Kiel..            Ist das Bild, das Serge für schlappe 200 000 Franc erstanden hat, nun einfach nur weiß, oder gibt es doch darauf etwas zu sehen? Sicher ist, die Streitfrage zwischen ihm und seiner alten Freundin Margot hat jede Menge Sprengkraft. Regisseurin Line Sluyter-Gäthje hat ihre Protagonisten auf eine ganz in Schwarz, Grau, Weiß gehaltene Bühne (Sandro Böhm) gestellt und lässt sie zwischen Spott und Streit ein paar Grundsatzfragen über Freundschaft klären.

            Als dritter im Bunde kommt noch Yvan dazu, der die beide Streithähne erfolglos versucht, zu versöhnen. Frederik Bornhofen zeigt seinen Serge leicht überheblich, aber auch verletzlich. Asita Roustai, die die Margot gibt, ist eine scharfzüngige Spötterin. Und Jasper Maack als Yvan ein getriebener Spaßvogel mit übersteigertem Harmoniebedürfnis. Der Einfall, die Rolle des Marc aus dem Original mit einer Frau zu besetzen, tut dem Stück gut, denn es nimmt ihm den Herrenabend-Charakter.

            Wie immer bei Yasmina-Reza-Stücken wird im Heiteren durchaus Tiefgründiges verhandelt. Erwartungen an Freundschaft, eigene Fehleinschätzungen, Enttäuschungen. Das kann auch mal richtig eskalieren. Sehenswert.

Weitere Vorstellung am Sonnabend, 4. November, 20 Uhr, Ickpunkt (Sechseckbau) des Studentenwerks, Karten an der Abendkasse.

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