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Gottesmann und Gelehrter

Zaimoglu zum Luther-Stück Gottesmann und Gelehrter

Der Roman „Evangelio“ ist für Feridun Zaimoglu nicht das Ende der Beschäftigung mit Martin Luther. Zusammen mit Koautor Günter Senkel wird der Autor im Auftrag von Theater Kiel und dem Landeskirchenamt der Nordkirche ein Stück über den Reformator schreiben. „Luther“ hat am 7. Oktober Premiere.

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Luther auf der Spur: Feridun Zaimoglu.

Quelle: Ehrhardt

Kiel. Sie haben sich jetzt zwei Jahre lang mit Luther beschäftigt. Was für eine Person ist Ihnen begegnet?

Martin Luther ist für mich Gottesmann, Gelehrter, bußfertiger Mönch und einer, der hinausging und den einfachen Leuten die Worte ablauschte und sie in seinen Übersetzungen neu erfand.

Im Roman „Evangelio“ erzählen Sie vom jungen Luther, 1522 auf der Wartburg. Das Stück spielt im Jahr 1540, sechs Jahre vor dem Tod des Reformators. Was interessiert Sie an dieser Phase?

Mich interessiert hier der späte Luther, der viele Kämpfe überlebt hat und auf gewisse Weise im Zenith seiner Macht steht. Er war aber weiterhin von Zweifeln und apokalyptischen Visionen geplagt. Und er war ein schwerer Melancholiker. Sein Element war die Instabilität. Und die Erlösung erschien ihm keinesfalls garantiert.

Die Theaterstücke schreiben Sie mit ihrem Ko-Autor Günter Senkel. Wie sind die Rollen beim Schreiben verteilt?

Ich bin für die Sprache zuständig, Günter für den Aufbau, die Dramaturgie. Aber vorher reden wir, zum Beispiel über die Spezialeffekte.

Spezialeffekte? Ist es das, was den Reformator theatertauglich macht?

Wenn man auf sein Leben schaut, dann ist der ganze Mann doch aus Spezialeffekten gebaut. Eine hochexplosive Persönlichkeit.

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