19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Bereit für den Serien-Marathon?

Tipps der Online-Redaktion Bereit für den Serien-Marathon?

Zum Start der vierten Staffel von "House of Cards", der Geschichte um den durchtriebenen Politiker Frank Underwood, hat die Online-Redaktion eigene Lieblingsserien gesammelt, darunter Bewährtes und Unbekanntes, was für Comic-Fans und Downtown-Abbey-Fans und Freunde des morbiden Humors. Viel Spaß beim Serien-Marathon.

Voriger Artikel
Mit Rap und doppeltem Boden
Nächster Artikel
Neues Konzept für Museum Holstentor gesucht

Kevin Spacey als Frank Underwood mischt in "House of Cards" die US-amerikanische Politik auf. Heute startet die vierte Staffel beim Bezahlsender Sky.

Quelle: 2015 MRC II Distribution Company L.P.

Kiel. Die Serie "House of Cards", die von Beginn an zuerst exklusiv beim Streamingdienst Netflix zu sehen war, sorgte für einen regelrechten Serien-Hype und wurde mit mehreren Golden Globes ausgezeichnet. Ab Freitag ist die vierte Staffel in Deutschland beim Bezahlsender Sky zu sehen. Sechs Monate hat Sky die Exklusivnutzungsrechte an der Serie. Wir helfen Euch, die Wartezeit mit ein paar anderen Serientipps zu überbrücken.


House of Cards - Staffel 1 - Official Trailer (Deutsch) - HD from Felix Ius on Vimeo.

Daredevil

Ein blinder Superheld? Der auch noch Rechtsanwalt ist und sich mit den Mächtigen bei Tag und Nacht anlegt? Und dazu natürlich noch die Frauen magisch anzieht? Klingt nach ein bisschen viel Klischee? Ist es auch. Aber so spannend verpackt, dass die erste Staffel fast in einem Zug fertig war.

Daredevil ist eigentlich Matt Murdock, der im Alter von neun Jahren wegen eines Chemieunfalls erblindet. Er entwickelt geradezu übersinnliche Fähigkeiten, um diesen Ausfall zu kompensieren.

Als Erwachsener betreibt er mit seinem besten Kumpel Foggy eine Anwaltskanzlei in Hell’s Kitchen in Manhattan, und beschließt, seine Fähigkeiten gegen Unrecht und Kriminalität einzusetzen. Dass er sich gleich zu Beginn mit dem größten Verbrechersyndikat New Yorks anlegt, macht das Unterfangen nicht leichter.

Die Serie lebt von wunderbaren – und mitunter auch grausam-realistischen – Bildern, die den ursprünglichen Marvel Comics in nichts nachstehen und die Herzen eines jeden Comic-Fans höher schlagen lassen. Eine drogenhandelnde Chinesen-Omi, ein glatzköpfiger Superschurke mit schwerer Kindheit und ein liebenswert-tollpatschig-treuer Sidekick machen einfach Spaß.

Und man darf sich jetzt schon auf die zweite Staffel freuen, die am 18. März 2016 in allen Netflix-Territorien, einschließlich Deutschland, Österreich und Schweiz, veröffentlicht werden soll.


Fargo

Morbide, skurril und witzig: Fargo ist eine US-Serie, die an den gleichnamigen Film der Brüder Ethan und Joel Coen aus dem Jahr 1996 erinnert. Die Coen-Brüder treten bei der Serie auch als Produzenten auf. Kreiert und geschrieben wurde sie von Noah Hawley.

Die erste Staffel spielt 2006 in den weiten Schneelandschaften Minnesotas. Im Zentrum stehen der abgehalfterte Versicherungsvertreter Lester Nygaard (Martin Freeman) und der Kopfgeldjäger Lorne Malvo (Billy Bob Thorton), der durch einen Zufall in Lesters Leben tritt. Es werden Ereignisse losgetreten, die den Alltag in der Kleinstadt Duluth in Minnesota völlig aus dem Takt bringen. Die ehrgeizige Polizistin Molly Solverson (Allison Tolman) setzt es sich zum Ziel, die düsteren Machenschaften der beiden aufzudecken. Es ist ein Epos mit vielen Morden um Rache und Verrat, um enttäuschte Erwartungen und falsche Vorstellungen.

Für die zweite Staffel haben die Macher einen großen Schritt in die Vergangenheit gewagt und sind zurück ins Jahr 1979 gereist. Die Serienteile haben einen ganz anderen Ton und Stil. Unfreiwillig gerät ein verheiratetes Pärchen aus Laverne in Minnesota, Metzger Ed Blumquist (Jesse Plemons) und seine Frau, Kellnerin Peggy (Kirsten Dunst), zwischen die Fronten einer lokalen Gangsterfamilie, die Gerhardts, und deren Konkurrenz, einem Verbrechersyndikat aus Kansas City. Peggy, die unzufrieden mit ihrem Leben ist, hätte sich wohl nie träumen lassen, zu was für einem Desaster ein Autounfall sie und ihren Mann führen wird. Wie auch schon in der ersten Staffel wird intrigiert und gemordet. Gleich die erste Folge zieht die Zuschauer in ihren Bann und lässt sie bis zur letzten Einstellung nicht mehr los.

Fargo wurde von FX produziert. Es gibt zwei Staffeln, die unter anderem bei Netflix zu sehen sind. Eine dritte Staffel ist geplant.

Transparent

Drei Geschwister und ihr herrlich unglamouröses Leben in der angeblich glamourösesten Stadt der Welt – Los Angeles. Jenseits von Hollywood und Sunset Boulevard gibt es nämlich sehr wohl normale Menschen mit (fast) normalen Problemen. Nesthäkchen Ali (Gaby Hoffmann) bekommt ihr Leben nicht auf so richtig auf die Reihe, kifft und pöbelt lieber, was das Zeug hält. Ihr Bruder Josh (Jay Duplass) scheint ein handfestes Problem mit Frauen zu haben – seine große Liebe ist immer noch seine Babysitterin, die ihn als Teenager entjungfert hat. Auch als Mittdreißiger kann er keine Freundin länger an sich binden. Sarah (Amy Landecker), die als Älteste eigentlich den Hut aufhaben sollte, verlässt Hals über Kopf Ehemann und Kinder für eine Frau, mit der sie schon als Studentin eine Affäre hatte. So richtig in Schwung kommt das Leben der drei Geschwister aber erst, als Vater Mort (Jeffrey Tambor) in Frauenkleider schlüpft und sich Maura nennen lässt. Transgender, Drogen, Seitensprünge: Uiuiui! Und dann ist da noch der neue Mann der Mutter (Judith Light), der allen Beteiligten mit seiner Demenz die Sorgenfalten ins Gesicht treibt. Das klingt erstmal alles schrecklich theatralisch. Dabei ist Transparent wunderbar rührend, chaotisch und flapsig. Das durchgestylte, oberflächliche Los Angeles sucht man in der Serie vergeblich.

Transparent, produziert von Amazon Instant Video, bisher sind zwei Staffeln erschienen.

The Walking Dead

Stell dir vor, du erwachst aus dem Koma und nichts ist mehr, wie es einmal war. Das Krankenhaus, in das Deputy Sheriff Rick Grimes (Andrew Lincoln) eingeliefert wurde, nachdem er angeschossen wurde, ist völlig leer und zerstört. Leichen säumen Gänge und Hof. Auf der Suche nach seiner Frau Lori (Sarah Wayne) und Sohn Carl (Chandler Riggs) begegnet er einer komischen Gestalt: Ein halber Torso, verfault und eigentlich bewegungsunsfähig kriecht im Park auf ihn zu. Die Zombie-Apokalypse ist ausgebrochen. Fast wie durch ein Wunder findet er seine Familie sowie Freund und Arbeitskollegen Shane Walsh (Jon Bernthal) wieder, die sich bei ihrer Flucht mit fremden Menschen zusammengeschlossen haben. Doch von Normalität kann nicht mehr die Rede sein. Neben der anhaltenden Angst vor Zombies und der Suche nach Hilfe, da sich die Hoffnungslosigkeit immer weiter ausbreitet, entstehen Konflikte innerhalb der Gruppe, die sich zu einem festen Verband wandelt.

Bis zur sechsten Staffel unterziehen sich die Charaktere einer enormen Wandlung, Moralvorstellungen geraten ins Wanken, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Immer auf der Suche nach einem Hort der Hoffnung, einer Spur von Normalität in all dem Wahnsinn, zieht die Gruppe um Rick, Mishon, Glenn und Daryl durch die Vereinigten Staaten.

Die Handlung von „The Walking Dead“ basiert auf einer gleichnamigen Comicserie von Robert Kirkman und Tony Moore. Die Serie ist in bisher sechs Staffeln erschienen und auf Netflix verfügbar.

Call the Midwife – Der Ruf des Lebens

London in den 1950er Jahren: Ein kleiner Trupp Nonnen und ausgebildete Hebammen versuchen im verarmten East End für Wärme, Sauberkeit und gesunde Kinder zu sorgen. Diese BBC-Produktion steht ganz in der Tradition des Übererfolgs Downtown Abbey. Sympathische und authentische Schauspielerinnen sorgen dafür, dass die Armut und sozialen Umstände der damaligen Zeit geradezu greifbar sind. Und natürlich dreht es sich hauptsächlich um Geburten: komplizierte und leichte, ungewünschte und lagersehnte, um Erstgebärende und Vielfachmütter, glückliche und weniger glückliche Paare. Und da, wo Leben ist, ist auch Tod. Die Bewohner des Nonnatus-Hauses versuchen so gut es eben geht, Unterstützung bei schweren Fällen zu sein. Selbst wenn es um Fragen zur illegalen Abtreibung oder Verhütung geht. Und auch ihr eigenes Leben soll dabei nicht vernachlässigt werden.

Diese Themen sind relativ ähnlich und actionreich ist sicher der letzte Begriff, der zu dieser Serie in den Sinn kommt. Aber die alltäglichen Dramen und Freuden, die wunderbar warme Erzählweise und die überaus sympathischen Charaktere geben einem das vertraute Gefühl einer wohligen Tasse Earl Grey mit einer Freundin.

In diesem Jahr soll die fünfte Staffel starten, zu sehen sind alle bisherigen Folgen auf dem Streamingdienst Netflix.

Gilmore Girls

Oi, was für ein Pudel ist das? Wer diesen Satz nicht kennt, sollte vielleicht vor dem von Netlix angekündigten Gilmore Girls Revival noch einmal einen Blick in die vergangenen sieben Staffeln werfen. Denn eine Reise in das fiktive Stars Hollow in Connecticut ist Balsam für die Seele. Wunderliche Charaktere treffen auf schnelle, schlagfertige Dialoge, die so viele popkulturelle Referenzen enthalten, dass einem schon einmal schwindelig werden kann. Die beiden Gilmore Girls Lorelai (Lauren Graham) und Rory Gilmore (Alexis Bledel) sind mehr beste Freundinnen als Mutter und Tochter. Das kluge und emanzipierte Mutter-Tochter-Duo lebt in der kleinen Stadt seit Lorelai als schwangere Teenagerin ihr Elternhaus verlassen hatte. Erst als sie ihre reichen Eltern um Geld bittet, damit Rory eine Privatschule besuchen kann, um ihrem Traum Harvard näherzukommen, wird der Kontakt zu Richard (Edward Hermann) und Emily Gilmore (Kelly Bishop) wieder enger.

Alle sieben Staffeln der Gilmore Girls sind auf DVD erschienen.

Occupied – Die Besatzung

Das Szenario: Futuristisch, aber denkbar. Die Zutaten: Politisch und gesellschaftlich pikant. Im Norwegen der nahen Zukunft hat eine ökologische Partei in Occupied – Die Besatzung die Regierung übernommen und die Energiegewinnung komplett auf Thorium umgestellt. Das schmeckt vor allem Russland nicht, die eine weitere Erdölförderung sehen wollen – und Norwegen kurzerhand besetzen, um die Energiepolitik wieder umzukrempeln. Nein, nicht offiziell kriegerisch. Sondern durch die Hintertür. Mit Entführungen, Sicherheitsdiensten und Drohungen.

Die Demokratie Norwegen und Ministerpräsident Jesper Berg (Henrik Mestad) verlieren zunehmend ihre ethisch-moralischen Grundlagen, auch weil die erhoffte Unterstützung der EU und der deutschen Kanzlerin eher moderat ausfällt. Wie kann man sich da noch wehren? Die Geschichte nach Idee des norwegischen Krimiautoren Jo Nesbø löste sogar diplomatische Verwirrungen aus, als sich Russland vor Hintergrund der Ukraine-Krise offiziell gegen die Ausstrahlung aussprach. Im deutschen Fernsehen lief sie im November 2015 auf Arte und ermöglichte die Aufklärungsarbeiten des berechnenden Sicherheitsbeamten Hans Martin Djupvik (Eldar Skar) und des übereifrigen Journalisten Stefan Christensen (Sondre Larsen) auch interaktiv vor dem Second Screen mitzuerleben. Doch auch auf DVD und BluRay entwickelt Occupied, das den bisherigen skandinavischen Top-Serien wie Borgen oder Die Brücke damit voraus war, einen Sog, dem sich niemand entziehen kann. Auch nicht der norwegische Widerstand, der sich langsam formiert.

Occupied ist bisher in einer Staffel auf DVD und BluRay erschienen.


Occupied_Trailer from Yellowbird on Vimeo.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3