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Malerin Gertraude Nath-Krüger ist gestorben

Kiel Malerin Gertraude Nath-Krüger ist gestorben

Nach der großen Retrospektive ihres Werks in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek 2012 war es still geworden um Gertraude Nath-Krüger. Nun ist sie letzte Woche Dienstag im Alter von 83 Jahren in Schilksee gestorben.

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Gertraude Nath Krüger in einem 1990 datierten Selbstporträt.

Quelle: x/hfr

Kiel. In Stettin 1933 geboren, nach 1945 in Rendsburg aufgewachsen, gewann sie vor allem Renommee als Meisterin des Siebdrucks. Sie war Mitglied in der Gedok und im BBK Berlin. Umfassend ausgebildet in vielen künstlerischen Disziplinen an der damaligen Muthesius-Werkkunstschule Kiel und an der HfBK Berlin, dort Meisterschülerin von Wolf Hoffmann, fand sie ihre eigenen Themen für Radierung, Lithografie und Siebdruck: „Gesichter“ von Mensch und Tier, Landschaften, teils mit umweltpolitischem Touch, farbenprächtige abstrakte Kompositionen und geschichtsaffine Erinnerungen an verlorene Orte oder an bedeutende (kultur-)historische Stätten.

 Mit ihren grafischen Techniken wechselten auch die Themen. Anfangs dekorativ-ästhetische, abstrakte Bilder, Siebdrucke mehr oder weniger im Zeichen des Abstrakten Expressionismus, die 1965-1975 über eine New Yorker Galerie reißenden Absatz fanden, später die Erinnerungen, technisch raffinierte Siebdrucke mit eingespielten Fotos. Seit den 1980er Jahren, ganz im Kunsttrend der Zeit, entwickelte sie ihre eigene Sicht auf Historienmalerei, verarbeitete Erinnerungen an Stettin (heute: Szczecin), an Sanssouci und ihr Berlin, wo sie bis zu ihrer Heirat 1975 und dem damit verbundenen Ortswechsel nach Kiel lebte und arbeitete. Andere Erinnerungen behandelten weltweit berühmte Bauwerke wie die Pont du Gard in Südfrankreich oder auch Naturwunder wie etwa das Death Valley in den USA. Zarte Schleier aus Pastell oder Aquarellfarben, nach dem Druck aufgetragen, lassen diese Bilder Gertraude Nath-Krügers wie schwerelos schwebende Visionen erscheinen.

 Farbschichten, atmosphärische, bisweilen melancholische, ja morbide Licht- und Farbreize verwandelten seit den 1990er Jahren so auch ihre Motive schleswig-holsteinischer Schlösser, Herrenhäuser und Kulturdenkmäler in „verwehte Spuren“, wie die Künstlerin selbst diese Projektionen nannte.

 Was bleibt, das ist die Erinnerung an eine eigenwillige Künstlerin und an ihr grafisches Werk, das die Landesgeschichtliche Sammlung der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel in repräsentativer Auswahl von über 150 Arbeiten bewahrt – als größte Sammlung ihrer Werke an einem Ort, dokumentiert in einem Katalog.

Gertraude Nath-Krüger lebte in Schilksee sehr zurückgezogen die letzten Jahre, schon von Krankheit gezeichnet.

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