14 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Wlodek Brühl: Eine sichere Vorstellung

Inspizient am Theater Wlodek Brühl: Eine sichere Vorstellung

„Eins ist sicher, die Probe fängt pünktlich an“, lächelt Wlodek Brühl, der Mann am Inspizientenpult im Opernhaus. Sympathisch und entspannt kommt dieser Satz rüber. Brühl ist als Inspizient am Kieler Theater für den sicheren Ablauf der Vorstellung verantwortlich. Reine Nervensache.

Voriger Artikel
Geballte Verzückung um Wincent Weiss
Nächster Artikel
Selig sind zurück im Rock

Wlodek Brühl ist als Inspizient am Theater Kiel für den sicheren Ablauf der Vorstellung verantwortlich.

Kiel. Von seiner strategischen Position mit Schaltpult und drei Monitoren hat Brühl Blick auf die Vorbereitungen der Kollegen, die gerade dabei sind, die Bühne für die anstehende Zehn-Uhr-Probe des Weihnachtsmärchens einzurichten. Plastiktannenbäume stehen noch ein wenig verdrückt in hinterster Reihe, tiefgrüner Kulissenwald ist auszumachen, aber eben gerade wird das Knusperhäuschen für "Hänsel und Gretel" in Position gebracht.

Eine kurzgefasste Beschreibung seiner Arbeit? „Hier an der Schnittstelle zwischen Kunst und Technik kommen alle Informationen rein, und heraus kommt eine Vorstellung“, sagt Brühl und lächelt fast ein wenig spitzbübisch über seine knappe Charakterisierung der Illusionsmaschine, die Theater heißt. Sicherheit? „Kommt zuerst“, sagt der Inspizient und dreht sich seitwärts zur wuseligen Bühnenbaustelle, wo sich jetzt auch noch ein Staubsauger lautstark Gehör verschafft. „Mischa, das muss runterfahren“, unterbricht der Inspizient blitzschnell und ist direkt im Thema. „Wir bewegen ja Podien, die einige Tonnen schwer sind, und ich muss dafür sorgen, dass kein einziger Finger oder Fuß dazwischen ist.“

Und weil so viel passieren könnte, aber nichts passieren darf, hält Wlodek Brühl ständigen Kontakt zu den Theatermeistern, die in dieser Produktion gleichzeitig Sicherheitsbeauftragte sind. Als einer von vier Inspizienten am Kieler Theater sorgt er dafür, dass die Abläufe sicher sind. Alle. Die sind im Vorstellungsbuch ebenso akribisch wie übersichtlich festgehalten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Maren Kruse
Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3