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Am Anfang stand eiserner Wille

120 Jahre Nord-Ostsee-Kanal Am Anfang stand eiserner Wille

Am Sonntag wird der Nord-Ostsee-Kanal 120 Jahre alt: Doch der Weg zum Baubeginn des Kanals im Jahr 1887 war lang.

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Kaiser eingeschleust: Wilhelm II. weiht 1895 auf seiner Jacht „Hohenzollern“ in der Holtenauer Schleuse den Nord-Ostsee-Kanal ein.

Quelle: dpa

Kiel. Kaiser Wilhelms II. große Vorliebe für die Marine ist überliefert. Sein Großvater und Vorvorgänger Wilhelm I. dagegen musste von der Wasserstraße zwischen Ost- und Nordsee erst langsam überzeugt werden.

 Der „Eiserne“ Reichskanzler Otto von Bismarck redete Ende der 1870er Jahre auf den Kaiser ein. Denn schon unter den Eindrücken des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 war bei Bismarck der Wunsch gereift, die Flotte schnell über einen Kanal verlagern zu können. Bismarck fand Unterstützung in der Wirtschaft. Der Hamburger Reeder Hermann Dahlström, genannt „Kanalström“, ließ 1878 auf Eigeninitiative einen Kanalverlauf in die Unterelbe erarbeiten. Allerdings von Eckernförde aus.

 Und Wilhelm I. knickte ein: Der Kaiser beauftragte die ostfriesischen Brüder Georg und Ludwig Franzius mit der Ausarbeitung der Route. Am 3. Juni 1887 legte Wilhelm I. schließlich den Grundstein in Kiel-Holtenau. Die veranschlagte Gesamtbausumme betrug damals 156 Millionen Mark, und wurde, was nach heutigen Erfahrungen unglaublich klingt – tatsächlich eingehalten. Kaum acht Jahre später gab es die feierliche Eröffnung: Der neue „Flottenkaiser“ Wilhelm II. unternahm eine Eröffnungsfahrt auf seiner Jacht „Hohenzollern“ und weihte am 21. Juni 1895 den Nord-Ostsee-Kanal ein, den er etwas später zu Ehren seines Großvaters in „Kaiser-Wilhelm-Kanal“ umbenannte.

 Es folgten 120 Jahre voller Rekorde: Schon 1907 bis 1914 musste er für 242 Millionen Mark verbreitert werden. Dieses Streckenprofil steht im Ostteil bis heute. Auch Schleusen, Levensauer Hochbrücke, der Holtenauer Düker oder die Tiefe sind längst nicht mehr zeitgemäß. 2014 beschloss der Bund für 1,5 Milliarden Euro die Sanierung dieser Rekordwasserstraße (14042 Schiffe von Januar bis Mai 2015).

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