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350 000 Menschen feiern bunte Fiesta

Schlagermove in Hamburg 350 000 Menschen feiern bunte Fiesta

„Schlagermusik ist die Sprache der Liebe“, ruft Schlagerbarde Guildo Horn. Hunderttausende folgen diesem Credo und feiern ausgelassen und friedlich beim 19. Schlagermove in Hamburg. Hossa!

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45 Musiktrucks lockten etwa 350 000 Menschen zum Schlagermove nach Hamburg.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. Weite Schlaghosen und eingängige Rhythmen: Angeführt von Schlagerbarde Guildo Horn haben am Sonnabend Hunderttausende friedlich und ausgelassen den Schlagermove in Hamburg gefeiert. Mit den Worten „Schlagermusik ist die Sprache der Liebe, viel Spaß und Hossa!“ begrüßte Horn, mit bürgerlichem Namen Horst Köhler, in grüner Lederjacke und Schiebermütze auf dem ersten der 45 bunt geschmückten Musik-Trucks die Schlagerfans aus ganz Deutschland.

Auf den Trucks ging es eng zu, meist durften nur geladene Gäste mit. Um Horn, der 1998 mit „Guildo hat Euch lieb“ beim Eurovision Song Contest (ESC) den 7. Platz für Deutschland holte, scharten sich auf Wagen 1a zwei Damen mit glitzernden Pompons. „Mein Gott, seht Ihr gut aus. Dass ich das noch erleben darf“, sagte er.

Die Parade beim inzwischen 19. „Karneval des Nordens“ führte einmal über den Kiez im Stadtteil St. Pauli, DJs und Bands sorgten für Stimmung. Auch der inzwischen 75-jährige Schlagersänger Bata Illic („Michaela“) oder die beiden als Piloten verkleideten Los Capitanos begleiteten bei strahlendem Sonnenschein den Move, dem auf 3,3 Kilometern Länge laut Veranstalter bis zu einer halbe Million Menschen zujubelten. Die Polizei erhöhte am Sonntag ihre Angabe zur Teilnehmerzahl von 250 000 auf 350 000. Mit Plakaten erinnerte der fröhliche und friedliche Umzug auch an den langjährigen Mitorganisator Andy Arndt, der im November 2014 starb.

Auf Truck 14 heizte André Kohrs der Menge ein. „Moskau“ von Dschingis Khan zählt zu den erprobten Stimmungsmachern des 47-jährigen DJs auf dem Laster der Schlagerfreunde Lüneburg. „Ich will der Musik der siebziger Jahre treu bleiben“, sagte er. Doch er weiß: „Um „Atemlos“ werden wir nicht herumkommen.“ Die fünf Jungs in den grell-pinken „Helene-Fischer-Ultras“-Leibchen dürfte das freuen.

Die Lüneburger Schlagerfreunde, etwa 20 befreundete Schlager-Fans, stellten bereits das 16. Mal einen eigenen Truck bei Deutschlands größter Schlagerkarawane. Knapp eine Woche lang schmückten sie den Auflieger und rüsteten ihn mit einer Musikanlage aus. In Neonfarben lackierte Blumenkästen dienen als Getränkehalter. „Es ist super Stimmung, man kann alles mitsingen, und der Wagen fährt nicht, er hüpft“, versucht Alex Edel (26), die Begeisterung für die Schlagermusik zu erklären. Neben ihm prangen Fotos aus früheren Jahren Schlagermove — schon als Kind bastelte Edel mit seinem Vater an den Wagen.

Während des Move, den es seit 1997 in Hamburg gibt, zeigten die Schlagerfreunde sowie die anderen Feierwütigen ihren Idolen Guildo Horn und Co.: Hamburg hat sie lieb. Und so berichtet die Polizei von einem friedlichen Move, den rund 300 Bereitschaftspolizisten sicherten. Es habe lediglich kleinere Schlägereien zwischen betrunkenen Schlager-Freunden gegeben. Die Rettungsdienste, unter ihnen rund 280 ehrenamtliche Helfer, mussten in 513 Fällen Erste Hilfe leisten. Zumeist habe es sich jedoch um kleinere Verletzungen, Kreislaufbeschwerden oder Schnittwunden gehandelt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der vier Hilfsorganisationen Johanniter-Unfall-Hilfe, Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Arbeiter-Samariter-Bund. Ernstere Zwischenfälle gab es keine.

Nach dem Move spielte Horn zusammen mit seiner Band, den Orthopädischen Strümpfen, beim „Festival der Liebe“ auf dem Heiligengeistfeld. Dort schmetterte er auch seine Hits „Ich find Schlager toll“ und “Guildo hat Euch lieb“, wie Schlagermove-Sprecher Axel Annink am Sonntag sagte. Als Überraschungsgast trat am Abend neben Bata Illic, Buddy („Ab in den Süden“) oder Annemarie Eilfeld von „Deutschland sucht den Superstar“ auch Partysänger Willi Herren auf. In den frühen Morgenstunden sorgte er laut Annink als Abschluss-Act beim „Festival der Liebe“ noch mal für ordentlich Partystimmung.

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