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53 Anzeigen gegen Freier

Kriminalität in St. Georg 53 Anzeigen gegen Freier

Seit Anfang Februar können Freier in Hamburg-St. Georg zur Kasse gebeten werden - und die Polizei macht davon schon Gebrauch. Wie Polizeipressesprecher Mirko Streiber am Donnerstag mitteilte, liegen bereits 53 Anzeigen gegen Freier vor, die versucht haben, Prostituierte anzusprechen.

Hamburg. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst über die Anzeigen berichtet.

"Im Sperrgebiet sind seit Februar weniger Freier und weniger Prostituierte zu sehen. Auch die Beschwerden von Anwohnern sind weniger geworden", sagte Streiber. Ob das tatsächlich an dem Kontaktverbot liegt, könne allerdings erst nach einem Jahr verlässlich bewertet werden.

Bedenken äußerte Angela Bähr, Fachbereichsleiterin für Migrations- und Frauensozialarbeit der Diakonie in Hamburg: "Es besteht die Gefahr, dass die Frauen in einem nicht geschützten Rahmen arbeiten, zum Beispiel bei privaten Treffen." Die Frauen fühlten sich zudem als die Leittragenden und beschwerten sich über die starke Polizeipräsenz.

Gudrun Greb, die in St. Georg die Hilfseinrichtung "Ragazza" für drogenabhängige Prostituierte leitet, kritisierte: "Menschen, die diesen Stadtteil prägen, werden vertrieben."

Helmut Voigtland, Vorsitzender des Bürgervereins St. Georg, hält das Kontaktverbot hingegen nach wie vor für sinnvoll. "Wir haben den Eindruck, dass der Hansaplatz tagsüber sicherer geworden ist." Auch ginge es nicht darum, Prostituierte aus St. Georg zu vertreiben: "Sie dürfen hier sein, in Zimmern, nur nicht auf der Straße."

dpa

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