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Selbstgebastelte Stichwaffe sichergestellt

Angriff im Landgericht Hamburg Selbstgebastelte Stichwaffe sichergestellt

Im Gericht attackiert ein Angeklagter seine Ex-Freundin und einen Hamburger Staatsanwalt, der ihr zur Hilfe eilt. Offen ist, wie der 39-Jährige eine selbstgebastelte Stichwaffe in den Saal schmuggeln konnte. Der Justizausschuss will sich nun mit dem Vorfall befassen.

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Wie konnte der Angeklagte die Stichwaffe unbemerkt vor Gericht schmuggeln?

Quelle: dpa

Hamburg. Nach dem Angriff eines Angeklagten auf seine Ex-Freundin in einem Hamburger Gerichtssaal sind mehrere gefährliche Gegenstände bei dem 39-Jährigen sichergestellt worden. Darunter eine selbstgebastelte Stichwaffe und ein angespitzter Zahnbürsten-Stiel. Weiterhin unklar ist, wie es dem Mann gelang, solche Dinge aus der Justizvollzugsanstalt Billwerder in das Landgericht schmuggeln konnte. „Wir prüfen, ob es Versäumnisse gab“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Mittwoch. Am 24. Februar wird sich der Justizausschuss der Bürgerschaft mit dem Vorfall beschäftigen – das vereinbarten die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen.

„Transparenz und Aufklärung sind das Gebot der Stunde“, sagte der SPD-Abgeordnete Urs Tabbert. Bei der Attacke in dem Berufungsprozess hatte der Mann sich selbst, einen Staatsanwalt und seine frühere Freundin verletzt. Die 25-Jährige sagte am Dienstag gerade als Zeugin aus, als der Mann plötzlich aufsprang und sie attackierte. Dabei habe er nach bisherigen Ermittlungen die selbstgebastelte Stichwaffe benutzt, sagte Frombach. Der Angeklagte war aus dem Untersuchungsgefängnis in das Gericht geführt worden. In den Saal begleitete ihn laut Staatsanwaltschaft eine Justizbeamtin.

Keine Maßnahme trotz Mettalsuchrahmen

Die Sprecherin der Justizbehörde, Marion Klabunde, sagte, der Vorfall im Strafjustizgebäude „hat uns alle erschüttert“. Mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen wolle die Behörde sich zunächst aber nicht weiter äußern. Klabunde erklärte lediglich, dass Gefangene normalerweise auf ihrem Weg vom Gefängnis zum Gericht mehrmals durchsucht werden. Dabei müssten sie auch einen sogenannten Metallsuchrahmen durchschreiten.

„Der Vorfall muss nun lückenlos aufgeklärt werden“, forderte die justizpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Anna von Treuenfels-Frowein. „Es muss geklärt werden, wie ein verurteilter Mörder eine Waffe in einen Gerichtssaal mitbringen kann und ob die Sicherheitsmaßnahmen ausgereicht haben.“

Der 39-Jährige steht vor Gericht, weil er laut Anklage seiner früheren Partnerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Er muss sich unter anderem wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. In erster Instanz war der Angeklagte im Juni 2016 zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt worden. Außerdem soll er der Frau gedroht haben, er werde wieder „durchdrehen“ – damit soll er nach Darstellung der Staatsanwaltschaft auf seine frühere Verurteilung wegen Mordes aus dem Jahr 2002 angespielt haben.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Strafjustizgebäude.

Im Gerichtssaal greift ein Angeklagter seine frühere Freundin an, als sie gerade als Zeugin aussagt. Die Frau wird verletzt. Bereits früher soll er seine ehemalige Partnerin attackiert haben - darum geht es in dem Prozess.

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