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Anschläge auf Polizei-Dienststellen

Kiel Anschläge auf Polizei-Dienststellen

Der Staatsschutz ermittelt nach zwei Attacken auf die Bundespolizei in Kiel sowie auf die Geschäftsstelle der Gewerkschaft der Polizei. Die Ermittler gehen von Rache-Aktionen linker Gruppen nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Hamburg aus.

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Unbekannte attackierten die GdP-Geschäftsstelle in Kiel.

Quelle: dpa

Kiel. Böse Überraschung für die Bundespolizei: Unbekannte haben in der Nacht zu Montag am Eingang zum Revier am Kieler Lessingplatz randaliert. „Der oder die Täter haben mit Farbbeuteln und Steinen auf das Gebäude geworfen, wobei unser Leuchtschild stark beschädigt worden ist“, sagt Gerhard Stelke von der Bundespolizei. Die Täter gingen besonders aggressiv vor. Die massive Stahlsicherheitstür sei demoliert worden. Das Spezialglas ist zersplittert. „Wir gehen von einem Zusammenhang zum Polizeieinsatz rund um das linke Kulturzentrum ,Rote Flora’ in Hamburg aus, da wir unter anderem mehrere Schottersteine am Tatort gefunden haben“, erläutert der Behördensprecher. Möglich ist, dass es sich um eine Racheaktion gehandelt hat. Am Wochenende waren nämlich auch Polizeitrupps aus Schleswig-Holstein zur Unterstützung der Hamburger Behörden in der Hansestadt unter anderem im Schanzenviertel und in der City im Einsatz gewesen.

Bei dem Anschlag in Kiel muss alles sehr schnell gegangen sein: Die Beamten der Einsatzleitstelle der Bundespolizei im dritten Stock des Gebäudes haben von der Attacke nichts mitbekommen. Ein Zeitpunkt lässt sich entsprechend auch nicht näher eingrenzen. „Glücklicherweise waren aber die beiden Dienstfahrzeuge, die bisweilen vor dem Haus abgestellt sind, zum Zeitpunkt des Anschlags unterwegs“, sagt Stelke. Er sprach von „völlig sinnlosem Vandalismus“.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um eine gezielte Aktion der linken Szene handelt. In Kiel beschmierten die Täter nämlich ebenfalls in der Nacht zu gestern auch die Geschäftsstelle der Gewerkschaft der Polizei und versuchten auch, die Eingangstüren aufzubrechen. Das Schild am Eingang des Verwaltungsgebäudes wurde komplett zerschlagen. „Hier ist nicht die GdP, sondern die Polizei gemeint“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Manfred Börner. „Für solche feigen Aktionen gibt es keine Rechtfertigung.“

In beiden Fällen wurde Strafanzeige erstattet. Fahnder des Staatsschutz-Kommissariats 5 der Kriminalpolizei in Kiel haben jetzt die Ermittlungen übernommen. An beiden Tatorten wurden Spuren gesichert. Auch das Landeskriminalamt sowie alle anderen Dienststellen im Land sind von den Anschlägen in Kenntnis gesetzt und aufgefordert worden, wachsam zu sein. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Angriffe geplant werden könnten.

Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, die in der Nacht am Lessingplatz beziehungsweise an der GdP-Geschäftsstelle in der Max-Giese-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht oder die Täter möglicherweise sogar gesehen haben. Hinweise erbitten die Ermittler entweder unter der Telefonnummer 0431/160-3333 oder 0431/980-710.

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