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Der Norden hat noch viel Schwung

Arbeitsmarkt Der Norden hat noch viel Schwung

Jüngst meldete es die Metall- und Elektrobranche im Norden: In immer mehr Unternehmen schwächt sich der Konjunkturoptimismus ab. Das ist die schlechte Nachricht.

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Der anhaltende Rückgang der Erwerbslosigkeit bedeutet nicht, dass die Arbeitsämter nichts mehr zu tun hätten. Vor allem die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit kommt nicht so gut voran wie erhofft.

Quelle: dpa

Kiel. Die gute: Auf dem Arbeitsmarkt ist von schwindender Dynamik nichts zu spüren: „Ich sehe derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass sich die Aufwärtsentwicklung in Schleswig-Holstein merklich verlangsamen könnte“, sagt Margit Haupt-Koopmann.

 Nicht ohne Stolz verweist die Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit auf die Tatsache, dass der Jobmotor in Schleswig-Holstein derzeit mehr PS auf die Straße bringt als sein Pendant auf Bundesebene. Konkret: Von Mai 2014 bis Mai 2015 ging die Zahl der Jobsuchenden deutschlandweit um 4,2 Prozent zurück, in Schleswig-Holstein betrug der Abbau 4,4 Prozent. Und beim Wachstum der sozialversicherungpflichtigen Beschäftigung schneidet Schleswig-Holstein sogar noch besser ab als der Nachbar Hamburg: Während die wirtschaftsstarke Metropole im Jahresvergleich (Stand März) ein Plus von 1,6 Prozent vorweisen kann, bringt es der „echte Norden“ auf einen Zuwachs von 1,7 Prozent. Ende des Monates waren im nördlichsten Bundesland 94900 Menschen arbeitslos. Dies ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Mai seit 22 Jahren. Haupt-Koopmann rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzen wird: „Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt unter der von 2014 liegen wird.“ Im Vorjahr waren im Schnitt 100957 Menschen ohne festen Job.

 Bundesweit ist die Arbeitslosigkeit dank konjunkturellen Frühjahrs-Rückenwindes auf den niedrigsten Mai-Wert seit 24 Jahren gesunken. Die Zahl der Jobsucher ging im Vergleich zum Vormonat um 81000 auf 2,762 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg verkündete. Dadurch sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,3 Prozent. Auf exakt den gleichen Wert kommt Schleswig-Holstein, nachdem der Vorjahreswert noch 6,7 Prozent betrug.

 „Obwohl sich das Wirtschaftswachstum zuletzt etwas abgeschwächt hat, entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiterhin günstig“, sagt BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Erwerbslosigkeit um 120000 zurück. Hauptgrund dafür war der Frühjahrsaufschwung. Rechnet man saisonale Einflüsse heraus, ging die Arbeitslosenzahl jedoch nur um 6000 auf 2,786 Millionen zurück. Weiterer Wermutstropfen: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl sank nur im Westen Deutschlands; im Osten stagnierte sie. Dies könnte nach Ansicht von Ökonomen durchaus auf die Mindestlohn-Regelung zurückzuführen sein. Diese habe in Ostdeutschland vor allem zum Abbau geringfügiger Beschäftigung geführt.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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