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Aufräumarbeiten nach Unwetter

Video: Tornado verwüstet Kleinstadt Aufräumarbeiten nach Unwetter

Nach dem heftigen Unwetter im Norden gehen die Aufräumarbeiten am Mittwoch weiter. Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern und Starkregen waren am Dienstag über Hamburg und Schleswig-Holstein hinweggefegt. Im mecklenburgischen Bützow tobte sogar ein Tornado.

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Am Tag nach dem schweren Sturm in der Kleinstadt Bützow (Mecklenburg-Vorpommern) räumen Feuerwehrleute und Helfer vor einem Wohnhaus an der Hauptstraße in der zerstörten Altstadt heruntergefallene Dachziegel und Wandteile mit schwerer Technik zur Seite.

Quelle: dpa

Kiel/Hamburg. Ein 26-Jähriger wurde am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet. Seine schwangere Lebensgefährtin, kam verletzt in ein Krankenhaus. Mittlerweile ist sie außer Lebensgefahr und hat einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Sie habe aber schwere Verletzungen am Rücken und am Kopf erlitten.

Eine weitere Autofahrerin wurde in Hamburg durch einen umstürzenden Baum in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Sie kam ebenfalls in ein Krankenhaus. Die Feuerwehr war auch wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. „Bis zum 22 Uhr mussten unsere Leute zu 566 wetterbedingten Einsätzen ausrücken“, sagte Feuerwehrsprecher Thorsten Grams am Mittwoch.“ Die rund 400 Kräfte der Berufsfeuerwehr seien von rund 70 Freiwilligen Feuerwehren sowie Helfern der des Technischen Hilfswerks unterstützt worden.

Die am frühen Abend des 05.05.2015 entstandene Aufnahme zeigt eine Windhose über einem Waldstück, etwa 15 Kilometer von Bützow entfernt.

Im Hamburger Hafen hielten die armdicken Festmacher-Leinen bei fünf Containerschiffen den orkanartigen Sturmböen mit einer Stärke von bis zu 120 km/h nicht stand. Sie rissen, so dass die zum Teil über 360 Meter langen Frachter quer im Walterhofer Hafenbecken sowie auf der Elbe trieben. Dabei rammte ein Frachter ein weiteres am Kai liegendes Schiff. Die Schiffe wurden durch das Werfen so genannter Notanker und teilweise durch die Hilfe von Funkstreifenbooten der Wasserschutzpolizei wieder unter Kontrolle gebracht. Zur gleichen Zeit stürzten durch die Böen an den zwei großen Containerterminals jeweils weit über einhundert beladene und leere Container um. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei waren keine Gefahrgutcontainer dazwischen. Menschen wurden nicht verletzt.

In Schleswig-Holstein wütete das Unwetter vor allem in den östlichen Landesteilen. Besonders betroffen war Lübeck. Dort zählte die Feuerwehr mehr als 300 wetterbedingte Einsätze. Am Nordlandkai stürzte ein Hafenkran auf ein Containerschiff. Der Keller des Holstentors lief voll. Auf der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck musste der Zugverkehr eingestellt werden, da Bäume auf die Gleise stürzten. In Stapelfeld im Kreis Stormarn krachten zwei Bäume auf ein Mehrfamilienhaus. In Kiel blieb die Lage ruhig, zahlreiche Menschen fotografierten aber das Naturschauspiel. Verletzt wurde in Schleswig-Holstein nach bisherigen Kenntnissen niemand.

Über Kiel zog am 5. Mai 2015 ein heftiges Gewitter. In dieser Bildergalarie finden Sie Leserbilder des spektakulären Naturschauspiels.

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In der Kleinstadt Bützow bei Rostock hat ein Tornado dagegen einen Schaden von vielen Millionen Euro angerichtet. Wie Landrat Sebastian Constien (SPD) am Mittwoch sagte, lasse sich das Ausmaß noch nicht abschätzen. Seit den Stadtbränden Mitte des 18. Jahrhunderts habe es kein vergleichbares Unglück in der 7600-Einwohner-Stadt gegeben. Durch den Sturm, der am Dienstag gegen 19 Uhr die Innenstadt erfasste, wurden 30 Menschen meist durch herumfliegende Trümmerteile leicht verletzt.

Herabgestürzte Dachziegel liegen am Mittwochabend nach einem schweren Sturm in Bützow auf einer Straße. Foto: dpa

Eine Frau musste allerdings mit schweren Verletzungen in eine Rostocker Klinik gebracht werden, sagte Constien. Im Zentrum sind viele Häuser abgedeckt. Vom Dach der stadtbeherrschenden Stiftskirche fehlt ungefähr ein Viertel der Ziegel. Auch das Rathaus weist schwere Schäden auf. Noch in der Nacht wurden drei Häuser wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert. Die Bewohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Eine Notaufnahme in der Sporthalle musste nicht benutzt werden.

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Gewitter im Norden
Foto: Ein Feuerwehrmann in Hamburg-Sankt Pauli vor einem mit Dachteilen verschütteten Auto: Bei dem Unglück ist ein Mann ums Leben gekommen, eine schwangere Frau wurde schwer verletzt. Ein Unwetter sorgte für viele Sturm- und Wasserschäden im Norden.

Bei einem schweren Unwetter ist ein 26-Jähriger am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Die Teile seien am Dienstagnachmittag auf sein Auto gefallen und hätten den Mann eingeklemmt, sagte ein Polizeisprecher. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Wagen saß, kam verletzt in ein Krankenhaus.

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