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Doppelter Einsatz für die Biobranche

Ausrichtung des Gottorfer Landmarktes Doppelter Einsatz für die Biobranche

Kann es nur einen geben? Monatelang rangen der Kreis Schleswig-Flensburg, die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und der Flensburger Veranstalter Michael Reinhardt um die Ausrichtung des größten Biomarktes Deutschlands, dem Gottorfer Landmarkt. Jetzt will Reinhardt, der den Landmarkt 15 Jahre lang organisiert hat, mit einer eigenen Messe in Neumünster nach vorne blicken. Und auch auf der Gottorfer Museumsinsel ist der Findungsprozess vorerst abgeschlossen.

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Der Gottorfer Landmarkt findet am 17. Mai statt.

Quelle: Henrik Matzen

Schleswig/Neumünster. Als Michael Reinhard und seine Frau Christiane Dingler vor einigen Wochen ihr Konzept für die neue Bioplusbio-Leitmesse in Neumünster vorstellten, fragten sich etliche Kenner der Branche verwundert, warum die etablierten Organisatoren 2015 mit ihrer Agentur „Concept Bio Cultur“ einen Neuanfang wagen.

Zum Hintergrund: Auslöser für das Zerwürfnis zwischen Reinhard und dem Kreis Schleswig-Flensburg als Träger des Landmarktes war die Ankündigung des Bundes, die Förderung für den Markt im Jahr 2015 von 45 Prozent auf 35 Prozent zu senken. Die Kosten belaufen sich auf rund 100 000 Euro. Ein finanzielles Risiko, das Reinhard nach eigenen Angaben bislang allein getragen hatte. Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen lehnte seine Anfrage ab, die jährliche „Nutzungsentschädigung“ von 15 000 Euro zu reduzieren. „Mit den ohnehin schon verbilligten Eintrittskarten erhalten die Besucher ja auch Zutritt zu allen Museen, außerdem stellen wir Personal und Infrastruktur“, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Guido Wendt.

 Daraufhin begab sich Reinhard auf die Suche nach einem neuen Standort - was den Kreis Anfang des Jahres „aus Sorge um den Gottorfer Landmarkt“ dazu veranlasste, einen neuen Förderantrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zu stellen und eine beschränkte Ausschreibung zu starten. Drei Dienstleister wurden gebeten, ein Angebot für die Organisation des Landmarktes auf der Schlossinsel abzugeben, darunter auch die Stiftung und Michael Reinhard. Die Stiftung erhielt den Zuschlag für die Ausrichtung im Mai - für die Gottorfer ein „ganz normaler Vorgang“, für Reinhard auch im Nachhinein „sehr fragwürdig“.

 „Wir haben die Marke aufgebaut, die Veranstaltung glänzte, und plötzlich fand man eine Gelegenheit, uns vor die Tür zu setzen.“ Darüber klagen möchte Reinhard trotzdem nicht, sondern aktiv etwas Neues beginnen. „Ich habe mit niemandem Streit und die neue Messe ist auch keine Gegenveranstaltung.“ Durch seine engen Kontakte zur Biobranche hätten sich bereits 100 Aussteller für den 23. August angemeldet. Auch der Standort sei ideal. „Wir sind zentral in einer größeren Stadt, liegen dichter an Kiel und haben eine gute Verkehrsanbindung.“ Mit dem Museum Tuch & Technik als Partner sollen neue Themenbereiche erschlossen werden, wie zum Beispiel Pestizide und fairer Textilhandel. „In Neumünster sind wir willkommen, wir freuen uns auf den Neustart.“

 Auch in Schleswig blickt man wieder mit Vorfreude auf den Gottorfer Landmarkt am 17. Mai. Auch hier haben sich bisher 100 Aussteller angekündigt, die Anmeldefrist läuft noch bis Ende April. „Das ist ein wichtiger Meilenstein“ sagte Guido Wendt. „Alle gewohnten Publikumsmagneten sind dabei, ein Drittel der Aussteller kommt aus dem Bereich Lebensmittel.“ Neu im Boot sei der Verein „Feinheimisch“ - „ein Alleinstellungsmerkmal“. Landwirtschaftsminister Robert Habeck hat erstmals die Schirmherrschaft des Landmarktes übernommen. „Wir wollen einen Kulturwandel, aber keinen Strukturbruch, alles in wohlgesetzten Dosen.“ Dass es nun einen weiteren Biomarkt in Neumünster geben wird, bezeichnete Wendt als „Belebung“ und gut für die Branche. „Schleswig-Holstein verträgt auch zwei Märkte.“

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH