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BGH hebt Kieler Gerichtsurteil gegen räuberische Brüder auf

Prozesse BGH hebt Kieler Gerichtsurteil gegen räuberische Brüder auf

Das Landgericht Kiel muss ein drittes Mal über eine Raubserie verhandeln, bei der im Februar 2011 eine 82-Jährige gestorben war. Der Bundesgerichtshof habe das Urteil in diesem Fall aufgehoben, sagte Gerichtssprecherin Rebekka Kleine am Donnerstag und bestätigte entsprechende Medienberichte.

Kiel. Das Gericht hatte im Juli vorigen Jahres zwei heute 33 und 26 Jahre alte Brüder wegen fünf Raubtaten zu neun Jahren und zehn Monaten beziehungsweise zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Beim letzten Überfall im Stadtteil Schilksee war die 82-Jährige einem schweren Asthma-Anfall erlegen. Die Brüder sollen trotz Bitten ihres gefesselten Mannes minutenlang verweigert haben, dass die Frau ihr Inhalationsgerät nutzen und ein Notarzt gerufen werden konnte.

Im Gegensatz zum ersten Urteil mit höheren Strafen ging das Gericht zuletzt nicht mehr von Raub mit Todesfolge aus, sondern nur noch von schwerem Raub in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung. Der BGH habe jetzt die Prüfung der subjektiven Tatseite moniert, sagte die Gerichtssprecherin. Der Aspekt der Leichtfertigkeit sei nicht richtig gewürdigt worden. Mit der BGH-Entscheidung war die Revision von Staatsanwaltschaft und Nebenklage erfolgreich. Wann es zum dritten Prozess kommt, ist noch nicht absehbar.

dpa

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