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Bahn frei für neue Haltestellen

Kiel und Umgebung Bahn frei für neue Haltestellen

Die „Stadtregionalbahn light“ rund um Kiel nimmt Fahrt auf. Voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate werden sechs neue Bahnstationen an den Strecken nach Eckernförde sowie nach Rendsburg eröffnet. Im Einzugsgebiet der neuen Haltepunkte leben etwa 39000 Menschen. Auch die Strecke Kiel-Schönberg wird den Radius von Bahnnutzern erweitern – allerdings nicht vor 2016.

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Auch im Kieler Vorort Melsdorf wird die Bahn künftig nicht nur durchfahren, sondern halten.

Quelle: fpr: Frank Peter

Kiel. Die Eröffnung der Haltestelle Felde-Brandsbek an der Bahnlinie Kiel-Rendsburg im November 2000 gilt als vorbildlich: Rund 400 Ein- und Aussteiger nutzen an Werktagen die Bahn, die stündlich Richtung Kiel und Rendsburg verkehrt. Sie dürfte mit Einführung des Halbstundentaktes noch attraktiver für die gut 2000 Einwohner der Gemeinde am Westensee werden. Damit sich die Züge auf der eingleisigen Strecke begegnen können, bekommt Felde noch ein Ausweichgleis. Als zweite Ausweichstelle muss die Rendsburger Hochbrücke zweigleisig befahrbar sein. Ihre Sanierung soll nach derzeitigem Stand am 28. Dezember beendet sein.

 Ist die Hochbrücke fertig, kann voraussichtlich Anfang 2015 der Halbstundentakt auf der Strecke Kiel-Rendsburg eingeführt werden, erklärt Dennis Fiedel von der Landesverkehrsservicegesellschaft (LVS). Diese organisiert im Land den Nahverkehr auf der Schiene. Felde-Brandsbek wird weiterhin vom schnelleren Regionalexpress angefahren und künftig zusätzlich von der langsameren Regionalbahn, die stündlich an weiteren Orten entlang der Strecke hält. Dazu werden in Schülldorf (bei Osterrönfeld), Bredenbek, Achterwehr, Melsdorf und Kiel-Russee neue Haltepunkte eröffnet; zudem hält die Bahn an der bereits bestehenden Haltestelle in Kiel-Hassee/Citti-Park. Eingesetzt werden Lint-Triebwagen, die schon jetzt auf der Strecke fahren. Das Land würde auch die Strecke Rendsburg-Fockbek als Vorortbahn wieder beleben, doch das Projekt ist vor Ort umstritten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

 Wegen der neuen Strecken bekommt der Kieler Hauptbahnhof zwei neue Bahnsteiggleise. Auch an allen neuen Haltepunkten müssen Stationen gebaut werden. Die Arbeiten werden nach LVS-Angaben vermutlich im September beginnen, damit die Stationen im Dezember fertig sind. Die Kosten für die 115 Meter langen „typischen ländlichen Standardstationen“ übernimmt das Land, das dafür etwa drei Millionen Euro investiert. Der Ausbau des Kreuzungsbahnhofs Felde kostet etwa 4,5 Millionen Euro. Der Einstieg in die Züge wird barrierefrei sein.

 Sache der Gemeinden ist die Gestaltung des Haltepunkt-Umfeldes, erklärt Dennis Fiedel: etwa der Bau von Parkplätzen, Fahrradständern oder Bushaltestellen. Die Kommunen bekommen 75 Prozent der Kosten als Zuschuss vom Land. Zudem zahlt das Land nach LVS-Angaben jährlich drei Millionen Euro für den Halbstundentakt. Von Einsparungen beim Busverkehr in den betroffenen Orten „würde ich nicht ausgehen“, sagt Fiedel: Es gehe darum, Bus und Bahn zu verknüpfen und neue Fahrgäste zu gewinnen. Die Preise für die Bahnfahrten werden auf dem heutigen Niveau liegen; grundsätzlich gilt in Schleswig-Holstein bis auf Ausnahmen für Bahn und Bus der gleiche Tarif.

 Die nächste Haltestelle im Kieler Umland, die eröffnet wird, ist allerdings voraussichtlich bereits Ende 2014 Kronshagen an der Strecke nach Eckernförde. Noch mehr Möglichkeiten bietet das Netz der „Stadtregionalbahn light“ dann mit der zurzeit für 2016 geplanten Reaktivierung der Strecke Kiel-Schönberg. Sie wird im Volksmund „Hein Schönberg“ genannt, ist allerdings umstritten (siehe unten). Entlang der zuletzt nur zur Kieler Woche genutzten Strecke sind sieben Haltestellen geplant. Die erste – Schulen am Langsee in Gaarden – wird bereits seit Anfang September 2013 morgens an Schultagen von einem einzigen Zug bedient. Etwa 80 bis 90 Schüler nutzen diese Bahn. Später sollen in Kiel noch die Haltepunkte Ellerbek und Oppendorf hinzukommen, außerdem die Stopps in Schönkirchen, Probsteierhagen, Schönberg und Schönberger Strand.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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