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Lokführer streiken ab Dienstag

Deutsche Bahn Lokführer streiken ab Dienstag

Die GDL ruft im Tarifkonflikt mit der Bahn wieder bundesweit zum Streik auf. Er beginnt am Dienstag im Güterverkehr und wird am Mittwoch auf den Personenverkehr ausgedehnt. Es ist die siebte Streikaktion seit Beginn die Konflikts.

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Die GDL ruft im Tarifkonflikt mit der Bahn ab Dienstag wieder bundesweit zum Streik auf.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Dabei hatte die Bahn gerade erst eine Offensive gestartet, um Kunden zurückzugewinnen: So kündigte sie an, den Norden künftig besser an die Metropolen im Süden anzubinden. Der Ausstand im Personenverkehr beginnt am Mittwoch um 2.00 Uhr und soll am Donnerstag um 21 Uhr enden, teilte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag mit. Im Güterverkehr wollen die bei der GDL organisierten Lokführer bereits Dienstagnachmittag um 15 Uhr die Arbeit niederlegen – bis Freitagmorgen um 9 Uhr. GDL-Chef Claus Weselsky begründete den Arbeitskampf mit dem jüngsten Verlauf der seit neun Monaten andauernden Tarifrunde. Dabei habe die Bahn versucht, die Lokrangierführer „als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern“. Diese Kollegen machten die gleiche Arbeit wie Lokführer, würden aber deutlich schlechter bezahlt und hätten viel schlechtere Arbeitszeitregelungen. Das wolle die GDL nicht länger hinnehmen. Die Bahn forderte, den Streikaufruf zurückzunehmen. „Diese Streiks sind für niemanden nachzuvollziehen“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber.

 Unter dem steigenden Konkurrenzdruck durch Fernbus-Anbieter hat die Bahn indessen die „größte Kunden- und Angebotsoffensive in der Geschichte des Fernverkehrs der Deutschen Bahn AG“ gestartet. Bis 2030 sollen zwölf Milliarden Euro in Strecken und Fahrzeuge investiert werden. Auch Reisende im Norden sollen profitieren. Die Fahrgastinitiative Pro Bahn begrüßt die Pläne zu einem neuen Fernverkehrs-Konzept, drängt jedoch auch auf eine bessere Wartung der bestehenden Flotte.

 Seit Öffnung des Fernverkehrs-Marktes für Busunternehmen vor etwa zwei Jahren wurden immer neue Linien von und nach Schleswig-Holstein eröffnet. Mittlerweile sind allein von Kiel aus fast 100 Fernziele in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland per Bus zu erreichen. Massenweise steigen Reisende auf die kostengünstige Alternative um. Das setzt die Bahn immer stärker unter Druck – die Marktanteile im Fernverkehr bröckeln, die Gewinne der Konzernsparte brachen 2014 bundesweit um ein Drittel ein. Die Bahn will gegensteuern und stellte kürzlich ihre Pläne für den zukünftigen Fernverkehr vor.

 So sollen in Schleswig-Holstein bald neue Doppelstock-IC-Züge zwischen Hamburg und Westerland pendeln. Nach derzeitiger Planung sollen diese Direktverbindungen von Sylt über Hamburg hinaus bis nach Köln, Frankfurt und Berlin verlängert werden. Zu Details wollte die Bahn noch nichts sagen. Fest steht jedoch: Wie alle Städte mit mehr als 100000 Einwohnern soll auch Kiel künftig mindestens alle zwei Stunden per Fernverbindung erreichbar sein.

 Für die sogenannte Jütlandlinie von Hamburg über Flensburg nach Dänemark vermisst Pro Bahn jedoch ein klares Konzept und einen Zeitplan. Die Bahn schlage zwar einen Zweistunden-Takt mit ICE- beziehungsweise IC-Zügen vor, „äußert sich jedoch nicht dazu, welches Ziel in Dänemark angefahren und wann das neue Fernverkehrs-Konzept umgesetzt werden soll“, kritisiert Barkleit.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Foto: Ab Mittwoch will die GDL erneut streiken - auch im Norden wird es zu Einschränkungen im Bahnverkehr kommen.

Die GDL hat ihre Ankündigung wahr gemacht. Sie ruft im Tarifkonflikt mit der Bahn wieder zum Streik auf. Er beginnt im Güterverkehr und wird am Mittwoch auf den Personenverkehr ausgedehnt.

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