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Boykott von Disney-Filmen Weitere Kinos schließen sich an

„Ich finde die Entscheidung absolut korrekt und unterstütze das Vorgehen.“ „Es ist zwar wirklich schade um den Film, aber die Gründe sind ja durchaus nachvollziehbar." "Gute Entscheidung.“ Die Filmfans stehen – zumindest auf der Facebook-Seite des Rendsburger Schauburg-Filmtheaters – hinter den kleinen Kinos im Land und unterstützen deren Boykott von Disney-Filmen.

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Quelle: Uwe Paesler

Kiel/Rendsburg.  Nur sehr vereinzelt kündigen sie an, auf die großen Kinoketten in den Städten auszuweichen. Diese haben seit Langem andere Konditionen mit den großen Filmverleihern ausgehandelt und sind von der jüngsten Preiserhöhung nicht betroffen, erklärt der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF).

 Unterdessen hat sich die Zahl der Kinos, die sich dem Boykott angeschlossen haben, bundesweit auf bis zu 600 erhöht. Initiiert wurde die Aktion von Kinos in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Disney selbst wollte sich weiterhin nicht äußern. „Es entspricht nicht unserer Firmenpolitik, vertrauliche Details unserer Geschäftsbeziehungen öffentlich zu kommentieren“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Konzerns. Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Kinos und Filmverleihern ist nicht die erste ihrer Art.

 In den vergangenen Jahren hatten sich die kleinen Kinos immer wieder mit Erfolg gegen Preiserhöhungen der Filmkonzerne durchgesetzt. „1999 verhinderten 150 Kinobetreiber aus ganz Deutschland, dass die für den Film ,Star Wars Episode 1’ angesetzte Höchstleihmiete von der Twentieth Century Fox durchgesetzt wurde“, heißt es in einer Mitteilung eines Interessenverbandes der Programmkinos. 2002 boten Kinobetreiber Columbia Tri-Star ebenfalls erfolgreich die Stirn. Auch bei den Kassenschlagern „Hulk“, „Luther“, „Krieg der Welten“ oder „Johnny English“ gab es Streit um die Leihmieten sowie Boykottaktionen. Dabei konnten sich die kleinen Kinos immer durchsetzen.

 Entscheiden muss jeder Unternehmer selbst: „Die Kinobetreiber werden individuell abwägen, ob sie neue Konditionen eines Verleihs akzeptieren“, so der HDF.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Kommentar

Die Betreiber von Kleinstadtkinos sind in Aufruhr. Das amerikanische Disney-Imperium versucht, mehr Geld von ihnen zu bekommen, und hat ausgerechnet für einen erwarteten Kassenschlager kurz vor dem Filmstart die Leihgebühren erhöht. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Produktionskosten für Blockbuster wie „The Avengers“ steigen kontinuierlich.

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