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Mehr Jugendliche ohne Abschluss

Caritas-Studie Mehr Jugendliche ohne Abschluss

Die Zahl der jungen Schleswig-Holsteiner, die ohne Hauptschulabschluss die Schule verlassen, ist nach Jahren erstmals wieder gestiegen. Das zeigt eine Erhebung der Caritas. Danach hatten sieben Prozent der Schulabgänger im aktuell ausgewerteten Jahr 2013 keinen Hauptschulabschuss (2012: 6,4; 2011 6,7). Allerdings war die Entwicklung im Land sehr unterschiedlich.

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 „Jeder Mensch braucht einen Schulabschluss, um sein Selbstwertgefühl zu stärken und seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen“, fordert Angelika Berger, Caritas-Direktorin von Schleswig-Holstein.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die höchsten Quoten im Land haben die Hansestadt Lübeck mit 8,7 Prozent und die Landkreise Ostholstein (8,5 Prozent) und Schleswig-Flensburg (8,0 Prozent). Stark verschlechtert hat sich die Situation in Neumünster: Dort stieg die Quote von 4,2 auf 7,6 Prozent. Auch im Kreis Plön schafften 7,6 Prozent keinen Schulabschluss – zu 5,9 Prozent im Jahr zuvor. Auch in der Landeshauptstadt Kiel gibt es mit einer Quote von 7,3 Prozent eine leichte Zunahme. Bundesweit liegt Schleswig-Holstein im Mittelfeld, wurde von Hamburg (4,4 Prozent) aber abgehängt.

 Wie bedeutsam der mittlere Schulabschluss ist, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Danach war 2013 in der Gruppe ohne schulischen Abschluss fast jeder Dritte arbeitslos. Mit Hauptschulabschluss waren es hingegen 17,8 Prozent. Bei Personen ohne Berufsausbildung, aber mit einem mittleren Bildungsabschluss lag die Arbeitslosenquote bei 9,8 Prozent. „Durch einen Schulabschluss wird ein zentraler Grundstein für ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben gelegt. Diese Basis kann später nur unter größten Schwierigkeiten nachgeholt werden“, betont Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord„in den Arbeitsagenturen und Jobcentern erleben wir das leider täglich.“ Aktuell hätten von den 36400 Langzeitarbeitslosen im Land 6600 keinen Schulabschluss.

 „Jeder Mensch braucht einen Schulabschluss, um sein Selbstwertgefühl zu stärken und seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen“, fordert Angelika Berger, Caritas-Direktorin von Schleswig-Holstein. Die bundesweite Auswertung zeige, dass dort, wo vor Ort die Politik, die Schule, das Arbeitsamt und die Wirtschaft kooperieren, mehr Schüler einen Abschluss schaffen. Schulsozialarbeit, frühe Hilfen, Berufsberatung und Elternarbeit müssten deshalb noch besser verzahnt werden.

 Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) plant deshalb Jugendberufsagenturen. Sie sollen die Jugendlichen ab der achten Klasse begleiten, alle Hilfen koordinieren und so einen Schulabschluss und eine reguläre Ausbildung ermöglichen. Wann und wo die ersten Agenturen eingerichtet werden, ist zurzeit aber noch unklar.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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