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Dauerregen setzt Schleswig-Holstein unter Wasser

Wetter Dauerregen setzt Schleswig-Holstein unter Wasser

Regen, Regen, Regen - und das seit Wochen: Wiesen in Schleswig-Holstein gleichen Seenlandschaften, Flüsse sind übervoll, und der Boden kann kaum noch Wasser aufnehmen. Besonders betroffen sind auch die Bauern, aber die Folgen halten sich bisher in Grenzen.

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Eine Frau und ein Mädchen betrachten in Brunsbüttel den strömenden Regen.

Quelle: Axel Heimken/Archiv

Kiel. Der Dauerregen der letzten Wochen macht dem Norden zu schaffen. Viele Flusspegel sind weit höher als normal. "Wir haben zu viel Wasser, aber noch keine großen Gefahren", sagte Oberdeichgraf Heinrich Marx vom Eider-Treene-Verband am Donnerstag zur aktuellen Lage. "Durch den fortlaufenden Regen der letzten Monate laufen unsere Pumpen auf Hochtouren", bestätigte der Geschäftsführer vom Marschenverband Schleswig-Holstein, Matthias Reimers. "Überall ist Nässe, aber wir saufen nicht ab."

Auch Bauern sind von den Regenfluten betroffen. Katastrophenmeldungen gab es bislang jedoch nicht, sagte Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer: "Die betroffenen Flächen werden derzeit meist noch nicht bewirtschaftet." Da die Böden stark mit Wasser vollgesogen sind, steigt aber die Gefahr oberflächlicher Abflüsse. Damit droht nicht nur Erosion: Es können auch Nährstoffe zusätzlich in Oberflächengewässer und ins Grundwasser gelangen.

Auch auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK), über den rund zehn Prozent des Landes entwässert werden, gab es bislang kaum Probleme. Derzeit könne der Kanal bei Ebbe normal über die Elbe entwässert werden, sagte Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel. "Wir versuchen, den Wasserstand im NOK konstant zu halten." Die Schifffahrt im Kanal sei nicht beeinträchtigt durch Hochwasser. Lediglich Fähren östlich von Rendsburg seien am Donnerstag zeitweilig nur eingeschränkt für Fahrzeuge nutzbar gewesen, sagte Fischer.

In Schleswig-Holstein ist die Bewältigung von Wassermassen schwierig, weil das Land sehr flach ist. 315 000 Hektar sind sogenanntes Niederungsgebiet, das sich maximal 2,5 Meter über den Meeresspiegel (Normal Null) erhebt. Wegen der niedrigen Höhe und des geringen Gefälles müssen viele Regionen künstlich entwässert werden, erläuterte Matthias Reimers vom Marschenverband. Über ein dichtes Netz von Gräben fließe der Regen zu den Flüssen und weiter zum Meer.

Wegen der Gezeiten der Nordsee sei eine kontinuierliche Entwässerung des Binnenlandes jedoch nicht möglich, sagte Reimers. Bei Flut sammle sich das Wasser vor den Deichen in künstlichen Speicherbecken, um bei Ebbe weiter durch Siele – das sind spezielle Öffnungen in Deichen mit automatischen Toren beziehungsweise Klappen - ins Meer zu gelangen.

dpa

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