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Prof. Bosinski kündigt beim UKSH

Sexualmedizin Prof. Bosinski kündigt beim UKSH

Der bisherige Leiter der Kieler Sexualmedizin, Prof. Bosinski, verlässt das Uni-Klinikum, weil er die Versorgung seiner Patienten gefährdet sieht. Dagegen betont die Klinik, die Sexualmedizin werde mit einem neuen Institut gestärkt.

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Der Sexualmediziner Prof. Hartmut Bosinski verlässt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH).

Quelle: dpa

Kiel. Der Sexualmediziner Prof. Hartmut Bosinski verlässt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSK). In einem Schreiben an den Präsidenten der Kieler Universität, Prof. Gerhard Fouquet, teilte Bosinski sein Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis mit und erhob massive Vorwürfe.

Bosinski kritisierte, die von ihm seit 1997 geleitete Sektion für Sexualmedizin habe seit 2011 die Hälfte ihrer Stellen verloren, die Patientenversorgung sei „nachhaltig beschädigt“. Jetzt werde ohne Not die international anerkannte universitäre Einrichtung zerschlagen „zugunsten einer windigen Konstruktion“. Künftig soll ein Institut für Sexualmedizin am Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) des UKSH eingerichtet werden, geleitet von Prof. Aglaja Stirn.

Bosinski sprach am Mittwoch von einer „Mogelpackung“. „Es werden Kompetenzen verwischt und es geht letztlich nur um kaufmännische Gesichtspunkte.“ Denn im neuen Institut für Sexualmedizin, forensische Psychiatrie und Psychotherapie werde alles zusammengepackt. Die Leiterin habe nicht die notwendige Expertise.

„Sie ist weder für Sexualmedizin berufen, noch für Sexualmedizin ausgewiesen noch für Forensik — sie ist nicht einmal Psychiaterin.“ Stirns Professur für Psychosomatik werde einfach umbenannt in eine Professur für Psychosomatik und Sexualmedizin. Entscheidend seien offenbar rein wirtschaftliche Gründe. Stirn hat eine Stiftungsprofessur, bezahlt vom Asklepios-Konzern.

Sprecher des UKSH und des Wissenschaftsministeriums wiesen die Kritik Bosinskis zurück. Die Kieler Sexualmedizin werde durch die neue Struktur nicht geschwächt, sondern gestärkt, hieß es. Aus einer Sektion werde ein Institut. Der UKSH-Sprecher betonte, eine zweigleisige Struktur mit der von Bosinski geleiteten Sektion, die der Klinik für Urologie zugeordnet war, und dem neuen Institut am ZIP wäre weder sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar. Im übrigen leiste das ZIP hervorragende Arbeit auch auf dem Gebiet der Sexualmedizin.

Dagegen meinte Bosinski, dort würden die Patienten „nicht sexualmedizinisch qualifiziert versorgt“. Er leitet seit 1997 die Kieler Sexualmedizin. Er entwickelte eine Diagnose-Methode, Pädophilie mittels Magnetresonanztomograph festzustellen. Sein Ansatz: Er behandelte Männer, bevor sie straffällig wurden und sich an Kindern vergingen.

Bosinski hat sein Beamtenverhältnis zum 30. September gekündigt. Er will in Kiel eine eigene Praxis eröffnen.

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