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Norden bringt sich für Sommer in Stellung

Hitzewelle Norden bringt sich für Sommer in Stellung

Der Sommer dreht in ganz Deutschland auf, auch der Norden macht sich für die Hitzwelle bereit. Strandkörbe und Zimmer sind für das Wochenende sehr gefragt — auch wenn es an der Küste keine Rekordwerte gibt.

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Rettungsschwimmer Ulrich Weigel am Strand von Laboe auf dem Aussichtsturm der Wasserwacht.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Laboe. Es ist noch vergleichsweise kühl in Laboe und Travemünde, den beliebten Ostsee-Strandorten im Norden: wolken- und regenfrei, aber nur 25 Grad. In vielen Teilen Deutschlands stöhnt die Bevölkerung unter der Hitze — doch gemessen etwa an dem Hitzerekord in Saarbrücken mit 35 Grad ist Schleswig-Holstein noch fast eine Kühlkammer Deutschlands.

An Nord- und Ostsee hoffen die Tourismusverantwortlichen nach Wochen mit Regen, Kälte und steifer Brise, auf der bundesweiten Hitzewelle mitschwimmen zu können. Besonders Tagesgäste und Kurzentschlossene sollen die Strandkörbe und Kassen der Betreiber im Norden füllen. Dennoch hängen am Mittwoch an den zahlreichen Strandkörben noch die Schlösser, die Eisdielen sind nur halbgefüllt, vier Rettungsschwimmer von Laboe sitzen scherzend, aber noch gelangweilt herum.

„Was für eine Hitzewelle?“, fragt der Kölner Sanitäter Ulrich Weigel. Immer wieder schaut er mit seinem Fernglas auf die Förde — nichts passiert. Vor einer Woche war er zur Verstärkung an die Ostseeküste gekommen, doch erst an diesem Wochenende soll es im Norden richtig heiß werden. „'Ne schöne Brise, dat is alles“, sagt er mit Kölner Akzent. Bislang musste er mit seinen Kollegen lediglich ein paar Schnittwunden und kleinere Verletzungen bei Kindern verarzten.

Nur eine Handvoll mutiger Schwimmer traut sich bei frischen 18 Grad in die Förde — am Strand sonnen sich hauptsächlich ein paar Einheimische. „Das Wetter muss man nehmen, wie es kommt“, sagt ein Rentnerehepaar aus dem Nachbarort Schönkirchen. Wie viele andere Nordlichter haben sie in Hoffnung auf Wärme gleich am ersten Sonnentag ihren Strandkorb für den ganzen Sommer gemietet. Schon am frühen Vormittag waren die meisten Körbe reserviert, sagt die Vermieterin Dagmar Fedder. „Wir sind bereit, die Hitzewelle kann also kommen“, sagt die rüstige Verkäuferin.

„Spätestens am Donnerstagabend werden wir wohl ausgebucht sein“, bestätigt auch Vermieterin Anja Babies aus Travemünde. Immer wieder nimmt sie Vorbestellungen für Strandkörbe für das Wochenende an - besonders Engländer sind von den großen Körben angetan. „So etwas kennen wir in England nicht, aber es sieht lustig aus“, sagt Heath Robins aus Derby.

Nur noch wenige Zimmer und auch Strandkörbe sind noch frei, sagt die Tourimus-Agentur Schleswig-Holstein. Seit der Wetterdienst das Hoch „Annelie“ angekündigt hatte, sind an den beliebten Küstenorten die Hotels und Ferienwohnungen sehr gut gebucht.

Deshalb wollen auch die Betreiber in den Imbissbuden und Eisdielen ihre Ware aufstocken: „Zum Wochenende werden wir 30 bis 40 Prozent mehr Ware bestellen, bei Speiseeis sogar 100 Prozent“, sagt Carl-Philipp Sauvant, Geschäftsführer der Ostseelounge Travemünde.

Noch ist es ruhig am Vormittag an der Ostseeküste. Die Ferien sind erst in einem Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, gestartet, unter anderem Niedersachsen und Bremen sollen in den kommenden Wochen folgen. Eine Familie macht es sich in einem der zahlreichen Strandkörbe gemütlich — sie waren pünktlich zum Ferienbeginn mit dem Auto knapp fünf Stunden lang von Duisburg angereist.

„Endlich raus aus diesem Hitzekessel“, sagt die Mutter. Hier an der Ostsee sei es mit diesen im Vergleich milden Temperaturen viel gemütlicher — „richtig entspannt“.

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa

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