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Einbrüche: „Es besteht Handlungsbedarf“

Landesregierung Einbrüche: „Es besteht Handlungsbedarf“

Die Polizei im Norden kann immer weniger Wohnungsdiebstahl aufklären: Die Landespolitik fordert daher jetzt schnelle Konsequenzen. Die Töne aus Regierung und Opposition sind dabei grundverschieden.

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Simone Lange sieht in der sinkenden Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen „keine gute Entwicklung“.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Kriminalität in Schleswig-Holstein ist zwar auf dem Rückzug, die erschreckend geringe Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen besorgt die Sicherheitsexperten der Landtagsfraktionen. Wie unsere Zeitung gestern berichtete, konnten laut polizeiinterner Kriminalitätsstatistik lediglich 8,8 Prozent der 4400 angezeigten Diebstähle aus Wohnungen in den ersten sechs Monaten 2015 aufgeklärt werden.

 „Die aktuell sinkende Aufklärungsquote ist keine gute Entwicklung und zeigt Handlungsbedarf“, sagt Simone Lange. Die polizeipolitische Sprecherin der SPD fordert: „Wir müssen hier noch einmal ganz besonderes Augenmerk darauf richten, weshalb die Aufklärung weniger erfolgreich gelingt als in anderen Bereichen.“ Grundsätzlich helfe die Halbjahresstatistik zu erkennen, in welchen Bereichen die Landespolizei konzeptionell gut aufgestellt ist und in welchen noch nicht.

 „Die Aufklärung bei Einbruchdiebstahl ist schwierig, da es sich in zunehmendem Maß um grenzüberschreitende Tätergruppen handelt“, sagt Burkhard Peters von den Grünen. Mittelfristig sei eine höhere Aufklärungsquote nur durch eine stärkere Zusammenarbeit der Polizei zu erreichen. Die Landespolizei habe bereits den richtigen Kurs eingeschlagen, indem sie sich stärker mit Hamburg und Niedersachsen vernetze. „Diese Strategie wird mittelfristig Früchte tragen“, ist Peters überzeugt. Grundsätzlich sei der Rückgang der Kriminalitätsrate ein Grund zur Freude. „Das bestätigt uns in unserer Auffassung, dass wir in Schleswig-Holstein in einem sicheren Land leben“, so der Grünen-Politiker. Mit 95 139 Straftaten wurden im ersten Halbjahr 3000 Fälle weniger als noch 2014 registriert.

 Ganz andere Töne kommen von der Opposition: „Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen gibt Anlass zur Sorge, dies ist der niedrigste Wert aller Zeiten“, sagt Ekkehard Klug von der FDP. Bisherige Erfolgsmeldungen hätten sich mit der jüngsten Statistik als „Schall und Rauch“ erwiesen. „Es besteht akuter Handlungsbedarf“, sagt Klug. Entweder sei das im vorigen Jahr eingeführte neue Konzept doch nicht so wirksam wie behauptet, oder diese Besorgnis erregende Entwicklung hänge mit der „permanenten Überbeanspruchung“ der Landespolizei zusammen. CDU-Innenexperte Axel Bernstein drängt derweil darauf, ihre Leistungsfähigkeit zu stärken. „Es ist kein aussichtsloser Kurs, dass Schleswig-Holstein zur Gruppe der sichersten Bundesländer aufschließen kann“, so Bernstein. Allerdings sei die Polizei schon heute mit allen Ressourcen im Einsatz. „Wenn die Landesregierung personell weiter ausdünnen will, sollte sie stattdessen über neue technische Möglichkeiten wie das Kennzeichen-Scanning diskutieren“, fordert Bernstein.

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