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Startschuss für die Ernte

Erdbeeren satt Startschuss für die Ernte

Erdbeeren sind nach den Äpfeln die beliebtesten Früchte Deutschlands und können ab sofort wieder auf Feldern Schleswig-Holsteins geerntet werden. Die Saison hat begonnen und die Landwirte rechnen in diesem Jahr mit einer Rekordernte.

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Rainer Schulze - Karls Erdbeerhof in Warnsdorf.

Quelle: Frank Peter

Warnsdorf. Karl-Heinz Dahl ist vorsichtig optimistisch. „Erst mal die Eisheiligen abwarten“, sagt er. Dann aber könnte 2015 eine sehr gute Erdbeerernte werden. „Wir hatten eine schöne Blütezeit, relativ viele Sonnenstunden, gutes Wachstum und der Boden ist fast frei von Unkraut. Es sieht also gut aus.“ Dahl muss es wissen. Mit etwa 3000 Tonnen Erdbeeren, die in den kommenden Monaten auf seinen 130 Hektar nördlich von Lübeck wachsen, gehört er zu den größten Erzeugern des Landes. Schon bald rücken mehr als 1000 Erntehelfer aus Polen an, um die Beeren zu pflücken. Bis Ende Juli leben sie in einem Camp auf dem Hof in Warnsdorf.

 Die ersten Früchte verkaufen Dahl und sein Team von Karls Erdbeerhof in Warnsdorf bereits seit Ende vergangener Woche an Touristen und Einheimische. Diese Beeren stammen allerdings von einem Feld seines Sohnes in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wachsen sie unter Tunneln aus Folien. So könne die Natur um etwa zehn bis zwölf Tage ausgetrickst werden. „Ich denke, Ende nächster Woche können wir aber auch hier auf den Feldern starten“, sagt Dahl, der ohne Folien arbeitet. „Ab dann dauert die Saison etwa 60 bis 70 Tage.“

 Karl-Heinz Dahl startet in seine 62. Erdbeersaison. Für den 77-jährigen bestimmt die Frucht sein Leben. Schon sein Vater hat mit Obst und Gemüse gehandelt. „Wir hatten gute Ernten. Wir hatten schlechte Ernten. Und wir hatten sehr schlechte Ernten. Aber geerntet haben wir immer“, sagt Dahl und lacht. Um die Fruchtfolge zu gewährleisten, tauscht er regelmäßig Felder mit Bauern der Region. Sechs Sorten baut er an, weitere Varianten wachsen auf einigen kleinen Versuchsflächen.

 Zur Sicherheit, falls es im Sommer zu längeren Trockenperioden kommt, liegt unter den Feldern ein Bewässerungssystem aus Schläuchen mit kleinen Löchern. Diese Methode hat sich Dahl bei seinen Kollegen in Kalifornien abgeschaut. Die Erdbeeren dort seien auch sehr gut im Geschmack, ließen aber im Gegensatz zu Früchten aus Schleswig-Holstein schnell nach. „Die Erdbeere ist eine sensible Frucht“, berichtet der Landwirt. Vor allem die falschen Handgriffe bei der Ernte setzten den Früchten zu. „Bei uns heißt es: pflücken und nicht reißen, legen und nicht schmeißen.“ Dieses Unternehmensprinzip müssten alle Erntehelfer befolgen, wenn sie die Früchte auf dem Feld in die Ernteschalen sortieren.

 Mit der Qualität seiner Erdbeeren konnte sich der Hof offenbar gut am Markt positionieren. Ein großer Teil der Beeren wird in den nahegelegenen Werken in Bad Schwartau zu Marmelade und Konfitüre verarbeitet. Dort setzen die Manager mittlerweile wieder verstärkt auf Produzenten aus der Region. NAch Angaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein werden landesweit in diesem Jahr etwa 1000 Hektar Feldfläche mit Erdbeeren bepflanzt. Die Früchte kombinierten Geschmack mit einem hohen Gesundheitswert. Demnach haben Erdbeeren nur 32 Kilokalorien pro 100 Gramm. „Fünf bis sechs Erdbeeren reichen, um den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C zu decken“, heißt es bei der Kammer.

 Probleme hatten allerdings einige Obstbauern mit dem Orkan Niklas, der Ende März über das Land gefegt war. Dabei wurden vom starken Wind mehrere Folientunnel auf den Erdbeerfeldern zerstört. Dennoch: „Wir rechnen in Schleswig-Holstein mit einem überdurchschnittlich hohen Ertrag“, heißt es bei der Kammer.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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