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Sanitätshaus betrügt im großen Stil

Ersatzkassen Schleswig-Holstein Sanitätshaus betrügt im großen Stil

Die Ersatzkassen in Schleswig-Holstein haben 2014 insgesamt 190000 Euro Schadenersatz wegen falscher Abrechnungen von Leistungserbringern gefordert. Das waren 50 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Ersatzkassenverband Vdek mit. Der Anstieg ist allerdings wesentlich auf einen Fall zurückzuführen.

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Ein Sanitätshaus soll in Schleswig-Holstein im großen Stil betrogen haben.

Quelle: Archiv/dpa

Kiel. So soll ein Sanitätshaus soll 100 000 Euro falsch abgerechnet haben. Insgesamt ermittelten die Ersatzkassen 2014 in 53 Verdachtsfällen – acht mehr als im Vorjahr. In 22 Fällen bestätigte sich der Manipulationsverdacht, sechsmal lag eine Vertragsverletzung vor. In 24 Fällen wurde Strafanzeige gestellt – eine Verdoppelung gegenüber 2013.

 Die meisten Verdachtsfälle kamen aus dem Bereich der Heil- und Hilfsmittel. So rechneten einige physiotherapeutische Praxen Leistungen wie etwa manuelle Lymphdrainagen ab, die sie mangels Qualifikation nicht erbringen durften. Auffällig ist 2014 der Anstieg von Verdachtsfällen bei Pflegediensten gewesen. Meist waren es die Versicherten selbst, die der Kasse Auffälligkeiten gemeldet haben.

 „Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, dem Verdacht auf Abrechnungsmanipulationen nachzugehen“, erklärt Armin Tank, Leiter der Vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Dazu würden vor allem überhöhte Abrechnungen gehören sowie Abrechnung von Leistungen, die gar nicht erbracht wurden, und von solchen Leistungen, die dieser Anbieter gar nicht erbringen darf. „Abrechnungsmanipulation im Gesundheitswesen ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Armin Tank. Er betont aber auch, dass dies angesichts von Hunderttausenden Abrechnungsfällen nur eine kleine Minderheit betrifft: „Fast alle Leistungserbringer rechnen ihre Leistungen korrekt ab. Es gibt jedoch vereinzelt schwarze Schafe, die sich auf Kosten der Beitragszahler unrechtmäßig bereichern. Dagegen gehen wir mit aller Schärfe vor!“

 Künftig wollen alle gesetzlichen Kassen bei der Bekämpfung von Manipulationen eng zusammenarbeiten. Bei Verdacht kann man sich wenden an: manipulationsabwehr@vdek.com

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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