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Ex-BKA-Chef Ziercke warnt vor Terrorgefahr

FH Altenholz Ex-BKA-Chef Ziercke warnt vor Terrorgefahr

Die Sicherheitsarchitektur Europas stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz am Donnerstag prominente Referenten eingeladen hatte. Neben Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sprach Jörg Ziercke, Ex-Chef des Bundeskriminalamtes.

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Aiman A. Mazyek (links), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, und Jörg Ziercke, Ex-BKA-Chef, sprachen auf der Altenholzer Tagung über die Terrorgefahr in Deutschland.

Quelle: fpr: Frank Peter

Kiel. Zuhörer waren etwa 250 Studenten – angehende Verwaltungsfachleute und Polizisten des Landes.

„Das Thema Sicherheit ist einmal mehr unglaublich nah und präsent“, sagte Mazyek und verwies auf die Festnahme von zwei terrorverdächtigen Islamisten vor einer Woche in Hessen und die bundesweite Razzia gegen eine neue rechtsnationale Gruppe vor zwei Tagen. Wichtig sei es gerade im Blick auf den islamischen Terror, dass die Menschen keinen Keil zwischen Mehrheitsgesellschaft und Muslimen zulassen dürften. „Dann geht das perfide Ziel der Terroristen auf.“ Mazyek beklagte, dass man inhaltlich nicht sehr viel weiter ist als kurz nach dem 11. September 2001, und forderte, das Trennende zwischen „ihr und wir“ zu überwinden, um jungen Muslimen ein Grundvertrauen in die Gesellschaft zu geben.

 Einen interessanten Einblick in die aktuellen Entwicklungen der deutschen Sicherheitsstrukturen gab Jörg Ziercke. „Hier in Deutschland gibt es eine aktuelle Bedrohung“, sagte der Ex-Chef des Bundeskriminalamts mit Blick auf vereitelte Anschläge gewaltbereiter Islamisten und bekräftigte dies mit Zahlen. Demnach würden bundesweit etwa 300 Personen aus dem islamistischen Spektrum als Gefährder eingestuft. Weitere 300 seien „relevante Personen“, 1700 gelten als engerer Kreis und bis zu 40000 Menschen zählten zu den Sympathisanten. All diese im Auge zu behalten, sei eine nahezu unlösbare Aufgabe für die etwa 270000 Polizisten im Land. Ziercke unterstrich aber auch, dass selbst unter den Salafisten nur etwa 20 Prozent als gewaltbereit einzustufen seien, 80 Prozent eher als religiös-missionarisch. Von den jungen Zuhörern aus den Reihen der Polizei erhoffe sich Ziercke, „dass sie die Polizei von innen verändern“. Denn in Zukunft sei es wichtig, dass sich die Ermittler noch besser mit der digitalen Technik auskennen. Das „Tatmittel Internet“ wachse von Tag zu Tag.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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