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Dauerschmökern um die Wette

Ferienleseclub Dauerschmökern um die Wette

Schon zum achten Mal eine Idee für die Sommerferien: Mit dem Ferienleseclub will die Büchereizentrale Schleswig-Holstein die Lesekompetenz von Schülern fördern.

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Baban Ahmad (12) im Ferienleseclub der Kieler Stadtbücherei: 18 Bücher will er in den nächsten sechs Wochen lesen – und seinen eigenen Vorjahresrekord brechen.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Ob Fantasy oder Krimi, Abenteuergeschichte oder Jugendroman: In den Sommerferien greifen auch viele Schüler, die sonst nicht zu den Leseratten gehören, gern zum Buch. Mit dem Förderprojekt Ferienleseclub unterstützen die Büchereizentrale Schleswig-Holstein und die Nordmetall-Stiftung bereits zum achten Mal die Leselust von Jugendlichen ab der fünften Klasse.

 Landesweit laden 47 öffentliche Bibliotheken unter dem Motto „Lesen verbindet“ zum Schmökern und Mitmachen ein. Das lohnt sich, denn die Teilnehmer haben nicht nur exklusiven Zugriff auf spannende Neuerscheinungen, sondern können auch ein Zertifikat plus Ticket zur großen Abschlussfeier erwerben – wenn sie Fragen zu den Büchern richtig beantworten. So wie Baban Ahmad: Der Zwölfjährige hat es sich auf dem knallgrünen Sitzsack in der Kieler Stadtbücherei bequem gemacht und bereits sein zweites Buch aus dem gut gefüllten „Ferienleseclub“-Regal aufgeschlagen: „Albert Andakawwa“, der „geheimste Geheimagent aller Zeiten“, von Patricia Schröder. Der Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums will seinen eigenen Vorjahresrekord brechen und mindestens 18 Bücher lesen. Sieben braucht er, um beim Ferienleseclub Gold zu gewinnen. „Letztes Jahr habe ich 17 Bücher gelesen“, erzählt er stolz. Das fiel ihm nicht schwer, denn „hier gibt es neue Bücher, die ich gerne lese“.

 Auch das ist ein Anreiz des landesweit größten Leseförderprojektes, sagt Kate Eichberg, Mitarbeiterin der Stadtbücherei. „Für viele Kinder ist der Wettbewerb wichtig, auch wenn sie sowieso Spaß am Lesen haben.“ Nach Angaben ihres Kollegen Frank Stolzenberger haben sich 2014 allein in Kiel 288 Kinder und Jugendliche beteiligt, in Schleswig-Holstein waren es mehr als 4000. Die meisten von ihnen waren elf und zwölf Jahre alt, besuchten ein Gymnasium (2060) und lasen durchschnittlich sieben Bücher.

 Lesen, lesen, lesen heißt das Motto für die Ferien. Wer ein Buch ausgelesen und die Fragen dazu beantwortet hat, sammelt Stempel in seinem Logbuch und wird am Ende der Aktion mit einer Abschlussparty und einem Zertifikat in Bronze (ein bis zwei Bücher), Silber (drei bis sechs Bücher) und Gold (ab sieben Bücher) samt Eintrag ins nächste Zeugnis belohnt.

 Schirmherrin des Projekts ist Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst. „Die Buchvorschläge und Mitmachaktionen fördern den Spaß am Lesen und begeistern auch im digitalen Zeitalter immer mehr Kinder und Jugendliche“, sagte Ernst bei der Auftaktveranstaltung. Mit der Neugestaltung des Logos verabschiedet sich die Nordmetall-Stiftung aus dem Projekt. Die Büchereizentrale wird künftig durch zahlreiche Förderer und Partner auf kommunaler Ebene unterstützt.

 Die Büchereizentrale ist die Dienstleistungseinrichtung zur Unterstützung der öffentlichen Büchereien im Land. Träger ist der Büchereiverein Schleswig-Holstein, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Seit 1995 fördert und entwickelt der Verein im Auftrag der Landesregierung das öffentliche Büchereiwesen im Lande mit dem Ziel einer flächendeckenden Versorgung. Mit 160 angeschlossenen Büchereien, 13 Fahrbüchereien und einem Bestand von 3,8 Millionen Medien ist nach Ansicht des Vorsitzenden Rolf Teucher „alles erreicht“. Mit einer Ausnahme: „Jetzt fehlt nur noch ein schleswig-holsteinisches Bibliotheksgesetz, das die Förderung der Büchereien und wissenschaftlichen Bibliotheken im Land auf eine eigenständige, solide Grundlage stellt.“

 www.ferienleseclub.de

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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