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Fliegerbombe in Hamburg-Wilhelmsburg entschärft

Notfälle Fliegerbombe in Hamburg-Wilhelmsburg entschärft

Hamburg war im Zweiten Weltkrieg eine der am stärksten bombardierten Städte Deutschlands. Bis heute sind die Folgen zu spüren. Jüngster Einsatz für den Kampfmittelräumdienst: Ein verformter und rostiger Blindgänger in einem Wohngebiet von Wilhelmsburg.

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Weiler (l) und Bodes vom Kampfmittelräumdienst entschärften die Bombe.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Hamburg. Der Kampfmittelräumdienst der Hamburger Feuerwehr hat am Mittwoch einen gefährlichen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die 500-Kilo-Bombe lag mitten in einem Wohngebiet im Stadtteil Wilhelmsburg. Rund 4000 Anwohner waren aufgefordert worden, während der Entschärfung ihre Wohnungen zu verlassen.

Der Sprengmeister habe zunächst den Detonator aus dem Blindgänger gedreht, sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken. Dann musste der Detonator vor Ort gesprengt werden, weil der Abtransport zu gefährlich gewesen wäre. Dies habe sich jedoch verzögert, weil immer wieder Personen in das abgesperrte Gebiet gekommen seien. Die Entschärfungsaktion musste dreimal unterbrochen werden.

Die Bombe sei stark deformiert gewesen, die Heckplatte des Sprengkörpers verschoben. "So hatten wir Probleme, überhaupt erstmal an den Zünder heranzukommen", sagte der Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Peter Bodes. Auch die verformte Spitze der Bombe habe genau untersucht werden müssen, um das Vorhandensein eines zweiten Detonators auszuschließen.

Nach Abschluss der Entschärfung wurden die Absperrmaßnahmen aufgehoben. Auch die Bewohner eines Pflegeheims konnten in ihr Haus zurückkehren. Etwa 250 Menschen hatten eine Sporthalle als Notunterkunft genutzt.

Die englische Fliegerbombe war am Dienstagnachmittag bei Sondierungsarbeiten in drei Metern Tiefe unter einer Nebenstraße entdeckt worden. Ein Expertenteam begutachtete den Sprengkörper und beschloss, die Entschärfung bei Tageslicht durchzuführen. Die Feuerwehr sprach von einer komplexen Lage.

Im Zweiten Weltkrieg fielen nach Schätzung des Kampfmittelräumdienstes 107 000 Tonnen Bomben auf Hamburg. 12 bis 13 Prozent davon sollen nicht explodiert sein. In der Nähe des jüngsten Fundorts steht ein ehemaliger Flakbunker, der im Krieg eine wichtige Militärstellung war und inzwischen zu einem regenerativen Kraftwerk mit Großwärmespeicher umgebaut wurde. Hamburg war eine der am stärksten bombardierten Städte in Deutschland. Angriffsziel Nummer eins war der Hafen.

dpa

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