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Widerstand gegen Flüchtlinge

Bürgerinitiative in Lübeck Widerstand gegen Flüchtlinge

Flüchtlinge mitten in einer gepflegten Wohnsiedlung? Da hält sich die Begeisterung der Bewohner in Grenzen. In der Siedlung Bornkamp in Lübeck drohen einige Anwohner bereits mit Klage.

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In Lübeck regt sich Widerstand gegen eine geplante Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Quelle: Boris Roessler/ dpa

Lübeck. Gegen die geplante Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Lübeck regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative „Neue Heimat Bornkamp“ wirft dem Land und der Stadt mangelnde Informationen vor. Einige Mitglieder planen eine Klage gegen das Projekt, wie die „Lübecker Nachrichten“ in ihrer Dienstagsausgabe berichten. „Das ist aber nicht die Linie der Bürgerinitiative. Wir setzen weiter auf Gespräche mit dem Land und der Stadt Lübeck“, sagte Björn Runge, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative, der Deutschen Presse-Agentur. Das Land plant in der Siedlung in der Nähe der Uni eine Aufnahmeeinrichtung für 600 Flüchtlinge.

„Wir können uns vorstellen, hier 50 bis 100 Flüchtlinge, vorzugsweise Familien, dauerhaft zu integrieren. Aber eine Massenunterkunft mit 600 Flüchtlingen, die alle paar Woche wechseln, lehnen wir ab“, sagte Runge. In dem Neubaugebiet mit Reihen- und Einfamilienhäusern leben rund 1700 Menschen. Die Anwohner kritisieren unter anderem, dass die Stadt Lübeck nur rund um die Uni nach möglichen Standorten gesucht habe, um die Flüchtlingsunterkünfte später als Studentenwohnungen nutzen zu können. Das Argument hielten viele für nicht stichhaltig, sagte Runge.

„Wir haben gemeinsam mit der Hansestadt Lübeck eine Menge Standorte geprüft, aber letztlich kam nur dieser im Bornkamp infrage, unter andere wegen der Größe und der Nähe zur Uni“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag.

Am Mittwoch soll ein erstes Gespräch zwischen Vertretern des Innenministeriums, der Hansestadt Lübeck und der Initiative stattfinden, eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Staatssekretärin Manuela Sölle-Winkler ist für den 18. Mai geplant. „Wir wollen informieren und Ängste ausräumen“, sagte der Sprecher. „Wir hoffen, dass wir die Anwohner davon überzeugen können, dass eine Erstaufnahmeeinrichtung nichts Gefährliches ist“, sagte er.

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Deutsche Presse-Agentur dpa

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